Mehr Platz für Fußgänger - Wirte sind sauer

Beliebt bei sonnenhungrigen Kneipengängern: die „Piazza“ gegenüber der Roten Flora am Schulterblatt. (Foto: cvs)

Kneipen im Bezirk Altona bekommen weniger Außenplätze

Von Christopher von Savigny.
Kaum zeigt sich die Frühjahrssonne, kommen auch die Menschen wieder aus ihren Löchern hervor: An Wochenenden sitzen wieder Hunderte an den Kneipentischen auf den Bürgersteigen im Schanzenviertel. Dagegen geht jetzt die Politik vor, die die Rechte der Anwohner in Gefahr sieht: Nach einem Beschluss der Bezirksversammlung Altona muss die Mindestgehwegbreite ab sofort zwei Meter betragen – 50 Zentimeter mehr als noch im vergangenen Jahr. Damit bleibt den Wirten weniger Platz für ihre Außengastronomie.
Die Gastronomen in der Schanze sind mit der neuen Regelung überhaupt nicht einverstanden. „40 Prozent unserer Außenplätze werden wegfallen“, schätzt Diamantopoulos Konstantinos. Der Chef der Taverne „Olympisches Feuer“ am Schulterblatt rechnet mit deutlichen Einbußen: „Ich hatte schon Planungen für den Sommer gemacht, jetzt muss ich wahrscheinlich beim Personal kürzen.“ Immerhin zahle er um die 600 Euro jährlich an den Bezirk, um überhaupt Tische vor seinem Lokal aufstellen zu dürfen. Die betroffenen Wirte haben bereits eine Interessengemeinschaft gegründet und eine Rechtsanwältin mit der Sache beauftragt.
Für die Einhaltung der Regeln will der Bezirkliche Ordnungsdienst (BOD) sorgen. „Wir werden das mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln kontrollieren“, sagt Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamts Altona. Allerdings stehen laut Godenschwege für den gesamten Bezirk, der von Rissen bis in die Schanze reicht, nur elf BOD-Mitarbeiter zur Verfügung. „Das ist natürlich nicht der Hit“, sagt Susan Beermann von der Anwohnerinitiative Schanzenviertel, die die Außengastronomie im Stadtteil begrenzen möchte. „Was nützen Verbote, wenn sich keiner darum kümmert?“
Die neue Vorschrift gilt für den gesamten Bezirk Altona – also auch für die Bahrenfelder Straße und den Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen. Obwohl die Bürgersteige dort ohnehin nur knapp zwei Meter breit sind, stellen fast alle Restaurantbetreiber Tische und Stühle nach draußen. „Das wird bestimmt noch einigen Aufruhr geben“, befürchtet Bezirkssprecherin Godenschwege.
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