Mehr Moos für „Motte“ und Stadtteilhaus Lurup

Vor der „Motte“: Die kulturpolitischen Sprecher der Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen, Isabella Vértes-Schütter (2.v.l., SPD) und René Gögge (2.v.r.). „Motte“-Geschäftsführer Michael Wendt (l.), zeigte sich erfreut, während Corinne Eichner (r.) vom Dachverband für lokale Kultur und Bildung die chronische Unterfinanzierung der Häuser kritisierte. Foto: rs

Rot-Grün will Ottensener Kulturzentrum mit 200.000 Euro unterstützen – Bezirk Altona stützt BÖV 38 mit 27.000 Euro.

Von Reinhard Schwarz. Mehr Mäuse für die „Motte“: „Das Stadtteilkulturzentrum im Herzen Ottensens bekommt einen Zuschuss von 200.000 Euro für dringend nötige Ausbesserungsarbeiten ­– die Zustimmung der rot-grünen Mehrheit in der Bürgerschaft am 10. Februar gilt als sicher. Das Geld stammt aus dem Sanierungsfonds der Hansestadt.
Zur Vorstellung der Pläne kamen rot-grüne Kulturpolitiker in die „Motte“. Isabella Vértes-Schütter, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion sagte: „Stadtteilkulturzentren leisten einen unschätzbaren wertvollen Beitrag zum sozialen Zusammenleben in ihren Quartieren.“
„Motte“-Geschäftsführer Michael Wendt zeigte sich erleichtert über den finanziellen Anschub für „sein“ Haus: „Aus unserer Sicht ist das ein wichtiges Zeichen der Regierungskoalition, weil die Bezirke zu wenig Geld haben, um die Baumaßnahmen an den Stadtteilkulturzentren zu finanzieren.“ Die „Motte“ habe in der Vergangenheit 1,4 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln in das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Haus investiert. „Zusätzlich haben wir 600.000 Euro aus selbst erwirtschaftetem Geld in die Sanierung gesteckt.“ Weitere Baumaßnahmen seien notwendig, um behördliche Auflagen zum Brandschutz und zur Sicherheit der Besucher zu erfüllen.

Stadtteilkulturzentren sind weiter unterfinanziert

Aber nicht nur für die „Motte“ gibt es Geld: In ihrer Sitzung am Donnerstag, 28. Januar, gab die Bezirksversammlung Altona 27.000 Euro frei, um den vollen Betrieb des Stadtteilhauses Lurup („BÖV 38“) im ersten Halbjahr zu sichern. Die Betreiber hatten angekündigt, sie könnten das Haus sonst nur noch an drei Tagen in der Woche öffnen.
Die Finanzspritzen aus Stadt und Bezirk verglich Corinne Eichner, Geschäftsführerin des Vereins Stadtkultur Hamburg, dem Dachverband der Zentren mit der Reparatur eines Autos. „Wir sind froh, dass die Karosserie überholt wird.“ Das Problem aber sei, „dass der Motor in einem sehr schlechten Zustand ist. Es hat seit 2009 keine Erhöhung der Fördergelder gegeben, die Häuser müssen das irgendwie ausgleichen, trotz ständig steigender Kosten.“ Die Kulturzentren seien seit Jahren „unterfinanziert“. Gerade einmal 2,5 Prozent des Kulturetats der Stadt fließen in die Stadtteilkultur.

Motte

40 Jahre in Ottensen: Seit 1976 gibt es das Stadtteilzentrum „Motte“. Es wurde benannt nach der „Mottenburg“, eine Anspielung auf frühkapitalistische Zustände in dem einstigen Arbeiterviertel Ottensen: „Du kriegst die Motten“. Gemeint ist damit die Tuberkulose, die die Lunge durchlöcherte wie die Motten die Kleidung.
www.diemotte.de
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