Mehr Kultur für das Ledigenheim!

Sie setzen sich für den Erhalt einer über 100 Jahre alten Hamburger Institution ein: Antje Block und Jade Jacobs.

Wohnprojekt in der Neustadt setzt auf Lesungen mit Hamburger Autoren .

ch.v.savigny, neustadt

Gleich zweimal hatten Antje Block und Jade Jacobs, Initiatoren des Projekts „Das Ledigenheim erhalten“, in diesem Sommer Grund zur Freude: Einmal, weil der Besitzer des Gebäudes, der dänische
Investor Core Property Management, die Frist für den Rückkauf des denkmalgeschützten Ledigenheims um ein Jahr verlängerte. Und die zweite gute Nachricht: Jana Schiedek, Hamburgs Justizsenatorin, hat für ein Jahr die Patenschaft für das über 100 Jahre alten Männerwohnheim in der Rehhoffstraße übernommen. „Das finden wir großartig, es zeigt uns, wie breit die Unterstützung ist“, sagt Block.
Kurzer Rückblick: Vor fünf Jahren hatte Core Property das backsteinerne Ensemble in der südlichen Neustadt als Renditeobjekt gekauft. Block und Jacobs möchten das geschichtsträchtige Ledigenheim jedoch in seiner ursprünglichen Form bewahren und bemühen sich seit knapp einem Jahr um Geldgeber und Unterstützer.
Zwei Millionen Euro soll das Haus kosten, bislang hat der von den Initiatoren gegründete Verein „Ros e. V.“ rund 200.000 Euro gesammelt. Der dänische Besitzer selbst spendete 25.000 Euro und zählt damit ebenfalls zu den Förderern. Aktuell wohnen im Ledigenheim 94 Personen, die meisten davon Handwerker, Hafenarbeiter, ehemalige Seeleute, sowie eine Handvoll Studenten.
Viel Anklang findet das von Ros e. V. ins Leben gerufene Kultur- und Mitmachprogramm: Mehrmals im Monat stehen Vorträge, Gesprächskreise und Workshops auf dem Terminkalender. Mittwochs lädt die „Voküisine“ zum Essen ein. Neuerdings werden auch Lesungen angeboten: Der Hamburger Schriftsteller Frank Schulz war schon im August da, Konrad Lorenz und Petra Oelker folgen im November. Zugunsten von Ros e. V. verzichten die Autoren auf ihr Honorar. „Ich halte den Erhalt des Ledigenheims für mehr als wünschenswert“, sagt der auf St. Pauli aufgewachsene Lorenz. Vom Engagement und Ideenreichtum der Projektbetreiber zeigt sich der Autor schlichtweg „begeistert“.

❱❱❱❱ www.dasros.de


Lesung
Der Autor Konrad Lorenz (Foto oben) liest am Montag, 3. November, um 19 Uhr in den Erdgeschossräumlichkeiten des Ledigenheims Rehhoffstraße 1 - 3 aus seinem neuen Hamburg-Roman »Der Dwarsläufer«.
Der Dwarsläufer ist ein Krebs mit seitlich orientiertem Fluchtverhalten. Oder ein Schiff, das gefährlich Zick-zack fährt. Beides trifft auf den Romanhelden Kalle zu. Ende der 1960er verlässt er St. Pauli und wird Seemann. An Bord eines Bergungsschleppers bringen ihn nicht nur Stürme in Schieflage, auch sein Neuanfang als Hamburger Student gerät ins Schlingern.
Einfühlsam und deftig zugleich zeichnet Lorenz die 68er Aufbruchstimmung in den Wohngemeinschaften und den Kneipen der Studentenszene nach.
Musikalisch wird die Lesung begleitet von Andreas Werling auf der Gitarre.
Konrad Lorenz und Andreas Werling treten in der Reihe „Lesungen im Ledigenheim“ auf und verzichten an diesem Abend auf ihr Honorar. Die Spenden der Besucher kommen dem sozialen Projekt »Das Ledigenheim erhalten!« zugute.
1
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.