Mehr Kinder ins Theater holen

Will anpacken: Der neue Theaterleiter Marius Adam gehört seit 1998 zum Ensemble. Foto: cvs

Allee Theater kämpft mit niedriger Auslastung – neuer Intendant will gegensteuern

Ch. v. Savigny, Altona
Gründe zum Feiern besitzt das Allee-Theater in der Max-Brauer-Allee in diesem Jahr zu Genüge: Da wäre zunächst der 50. Geburtstag des zugehörigen „Theaters für Kinder“, das im gleichen Gebäude zuhause ist. Zelebriert wird das Jubiläum unter anderem mit den Premieren zwei weiterer Geburtstagskinder: der Komödie „La Gazzetta“ von Gioachino Rossini (225 Jahre!) und der Oper „Orlando Furioso“ von Antonio Vivaldi (340 Jahre!). Nicht zu vergessen: der sozusagen „nullte“ Geburtstag von Marius Adam als Theaterintendant. 
Erst im April hatte das langjährige Ensemblemitglied (Bariton) die Leitung von Vorgängerin Birgit Scherzer übernommen. Adam freut sich schon darauf, dass es im September wieder losgeht: „Unsere neuen Stücke sind echte Publikumsmagneten“, verspricht er.Keine Förderung von der Kulturbehörde mehr
Dem frisch ins Amt gehievten Theaterleiter steht nun eine Herkulesaufgabe bevor: Denn die Zuschauerzahlen sind in der jetzt abgelaufenen Spielzeit um ein Viertel zurückgegangen – auf etwas mehr als 10.000 Besucher. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Scherzers Programm soll zu anspruchsvoll gewesen sein, sagen die einen. Das Theater mit seinen roten Plüschsesseln und der winzigkleinen Bühne zu gestrig und zu wenig attraktiv für junge Leute, die anderen.
Tatsache ist: Von der Kulturbehörde gibt es aufgrund der geringen Auslastung (38 Prozent) keine Förderung mehr – nur noch eine Anschubfinanzierung. Die will Adam jetzt dazu nutzen, seine Bühne wieder nach vorne zu bringen. Mit „La Rondine“ (Giacomo Puccini) und „La Clemenza di Tito“ (Wolfgang Amadeus Mozart) stehen zwei weitere Premieren an. Ganz neu im Programm ist ein monatlicher Liederabend. Auch das Theater für Kinder bringt vier neue Stücke auf die Bühne, unter anderem den „Sängerkrieg der Heidehasen“ mit der ebenso gewagten wie neugierig machenden Kombination James Krüss (Text) und Richard Wagner (Musik).
Für einen Neubeginn steht darüber hinaus das aktualisierte Logo des Theaterhauses: zwei Vorhänge, die sich überlappen. Der goldene für das Erwachsenentheater („Kammeroper“), der rote für die Kinderbühne. „Unser Ziel ist 50 Prozent Auslastung“, sagt Adam. „Ich habe die Hoffnung, dass wir dort wieder anknüpfen können.“

Neue Spielzeit
Offizieller Beginn der Spielzeit 2017/2018 ist am Sonnabend, 16. September, mit dem Kindertheaterstück „Das Traumfresserchen“.
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