Mecki wohnt in Altona

Mecki (Walter Wulf) und Axel Springer (Fotoalbum: Walter Wulf)
Hamburg: Altona | Wer es noch nicht wusste, der berühmte Igel Mecki, der in den fünfziger Jahren durch eine große Rundfunk- und Fernsehzeitschrift bekannt wurde, wohnt in Altona. Kaum zu glauben, aber es stimmt. Hier die Geschichte:
Walter Wulf (84), kleinwüchsiger Zirkusartist und Tierlehrer, bekam 1949 von der Rundfunkzeitschrift "Hör Zu" das Angebot, den Igel Mecki zu spielen. Die Bildergeschichten der lustigen Igelfamilie waren jede Woche auf einer Seite in der Zeitschrift abgedruckt. Der Erfolg von Mecki war so groß, dass Axel Springer, der Verleger des Blattes, unbedingt einen lebendigen Mecki haben wollte, und so kam man über Circus Carl Hagenbeck auf Walter Wulf, der dort arbeitete. Im Thalia Theater wurde für ihn eine Mecki-Gummi-Maske entworfen und das Kostüm genäht, das genauso aussah, wie auf den Zeichnungen dargestellt. Die Anproben waren für ihn schon etwas seltsam, wenn er sich im Spiegel als Igel verwandelt betrachtete.
Nach zwei Wochen Arbeit war die Verkleidung perfekt und man fuhr ihn zum Springer Verlag. Dort warteten schon viele Leute und Fotografen ungeduldig auf den nun zum Leben erweckten Mecki. Nach dem Walter Wulf in Igelgestalt das Auto verließ, kam Axel Springer persönlich auf ihn zu. Er begrüßte ihn freundlich mit einem Händeschütteln und sagte: “Du wirst unser Maskottchen“. Danach zeigte er dem verkleideten Walter Wulf, der alles durch seine Gummimaske betrachtete, den Verlag und erzählte, dass hier bald ein neues großes Verlagsgebäude entstehen würde. Nach dem Rundgang fuhren sie gemeinsam zum Rathausmarkt, um zu sehen, wie die Hamburger auf Meckis Erscheinen reagierten. Das Auto der „Hör Zu“ fand schon Beachtung, doch als er ausstieg, war Mecki im Nu von einer Menschenmenge umringt. Jeder zerrte an ihm herum, und er fürchtete, dass die Nase der Maske abreißen würde. Nach einigen Minuten flüchtete Mecki zurück ins Auto. "Axel Springer und die anderen Herren von der „Hör Zu“ waren begeistert“, erzählt Walter Wulf.
Sein Arbeitsgeber Lorenz Hagenbeck und Axel Springer besprachen, an welchen Tagen er weiterhin den Mecki spielen könnte. Man einigte sich auf zwei Stunden am Nachmittag, montags und freitags. Hauptsächlich wurde er fotografiert und gefilmt. Seine Auftritte bei Festlichkeiten gefielen ihm sehr, als Mecki verkleidet verursachte er auf der Mönckebergstraße sogar ein Verkehrs-Chaos.
So schön wie alles anfing, kam das Ende schnell: Die Gebrüder Diehl sahen ihre Rechte an Mecki verletzt. Sie zeigten den Igel, zwar namenlos, aber schon seit Langem, als Puppentrickfilm in den Kinos. Mit der Geschichte: Der Hase und der Igel (1937)
Heute lebt Walter Wulf in Altona und erinnert sich sehr gern an seine Mecki-Zeit zurück. In der Zeit sind viele Foto- und Filmaufnahmen von ihm entstanden. Aber wo sind sie alle geblieben, die Momente, wo er als Mecki festgehalten wurde? Er würde sich sehr freuen, wenn jemand aus dieser Zeit noch Fotos besitzt und es möglich machen würde, diese gemeinsam mit ihm anzuschauen.
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