Marken-Krieg zwischen David und Goliath

Wenn es nach dem Willen des Modekonzerns Tod’s ginge, dürfte Lars Ehrenheim sein selbst entworfenes T-Shirt nicht mehr tragen.

Altonaer wird wegen seines kleinen Mode-Labels von börsennotiertem Konzern bedrängt.

David gegen Goliath: Ein 38-Jähriger Altonaer hat seinen Traum verwirklicht. Da droht ein riesiges Mode-Unternehmen damit, ihn vor Gericht zu bringen: Tod’s. Die mit den Schuhen mit den Noppen.
Lars Ehrenheim, von Beruf Werbekaufmann, hatte eine Idee: eine eigene Marke für Sportbekleidung. Nach viel Planung und noch mehr Bürokratie, nach finanziellem Einsatz und jeder Menge Arbeit hat er jetzt seine Marke: FAYA. Die Abkürzung für „Fight Against Your Anxiety“. Faya heißt außerdem auf Spanisch „Klippe“. Genau das richtige Wort für Klamotten, die beim Extremsport getragen werden sollen, findet Ehrenheim. Der Name ist als Wort- und Bildmarke ordentlich eingetragen beim Deutschen Patent- und Markenamt. Alles in allem hatte der Werbekaufmann, schon bevor überhaupt ein einziges T-Shirt produziert war, rund 2.700 Euro in sein Projekt gesteckt.
Da kam der erste Brief. Post von Tod’s. Verfasst von einer Anwaltskanzlei aus Frankfurt. Tod’s verkauft unter der Marke FAY sportlich angehauchte Nobelklamotten. Und fühlt sich von der neuen Marke gestört. Die Namen seien sich zu ähnlich: „Um Ihnen die Möglichkeit zu geben, ein zeit- und kostenintensives Widerspruchsverfahren zu ersparen, fordern wir sie auf, umgehend auf die Marke Faya zu verzichten.“ Ehrenheim tat nichts dergleichen. Tod’s legte Widerspruch beim deutschen Patent- und Markenamt ein – und blitzte ab. Der Widerspruch wurde zurückgewiesen; es bestehe keine Verwechslungsgefahr zwischen FAY und FAYA.
Ehrenheim: „Ich ahnte schon, dass die Sache damit nicht erledigt war.“ Und richtig: Wieder kam ein Brief. Der Ton schon deutlich drohender. Er solle FAYA abmelden. „Die Anwaltskosten der Gegenseite haben die mir gleich schon in Rechung gestellt.“
Ehrenheim ließ sich beraten. „Der Anwalt sagte: Klar bist du im Recht. Aber leg dich nicht mit denen an. Die sind groß, die klagen dich kaputt.“ Der Jurist habe vorgeschlagen, einen Kompromiss auszuhandeln. „Aber der entsprechende Vertrag hätte mich an die 1.000 Euro gekostet, und ich hätte meine ganze Arbeit bis dato in die Tonne treten können.“
Lars Ehrenheim macht weiter: „Ich möchte einfach mein Recht bekommen. Es sollte doch möglich sein, dass nicht immer der Große gewinnt.“


Das Wochenblatt hat sowohl bei der Anwaltskanzlei nachgefragt, die Tod’s in Deutschland vertritt, als auch bei der Pressestelle des Unternehmens. Die Kanzlei bat darum, „von weiteren Anfragen diesbezüglich abzusehen“.
Von der Tod’s Pressestelle gab es eine automatische Antwort: „We shall see to it that your request is satisfied. Thank you for having contacted us.“
Danach Funkstille. Das war am 28. März.
Tod's ist ein weltweit agierender, börsennotierter, besonders für seine Lederwaren im oberen Preissegment bekannter italienischer Modekonzern. CH
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5 Kommentare
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Andreas Steffes aus Harburg | 04.05.2014 | 11:14  
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Lars Ehrenheim aus Altona | 04.05.2014 | 16:56  
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Andreas Steffes aus Harburg | 04.05.2014 | 17:23  
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Lars Ehrenheim aus Altona | 04.05.2014 | 17:33  
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Deniz Neder aus Altstadt | 17.11.2015 | 11:03  
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