Malen gegen den trüben Alltag

Ein palästinensisches Ehepaar malte ein „Dankebild für Deutschland“. (Foto: jb)

Studentin organisierte regelmäßigen Kunsttreff in der Flüchtlingsunterkunft Sibeliusstraße

Von Jasmin Bannan

Tamara von Gogh ist stolz auf ihre kreativen Schüler, stolz auf das, was Menschen schaffen haben, die viel Leid erlebt haben, und sich dennoch über Kunst ausdrücken mögen. „Der Kunsttreff ist mir sehr ans Herz gewachsen“, berichtet die Hamburger Kunststudentin. Im Rahmen eines Praxissemesters hat die junge Frau das regelmäßige Kunstprojekt in der Flüchtlingsunterkunft Sibiliustraße organisiert.
Jeden Dienstag und Mittwoch malt die junge Frau mit einem palästinensischen Ehepaar und einem jungen Syrer. „Ich sehe mich hier als Kunstbegleiterin. Ich versuche, die Wahrnehmung meiner Schüler zu schulen, und ich arbeite ohne Bewertung. Wir suchen uns Bilder aus dem Internet heraus oder gehen in die Natur. Dann versuchen wir das Gesehene oder Gefundene zu malen.“

Sie drücken Dankbarkeit für Chancen aus

In den Räumen von Fördern und Wohnen fand auch eine finale Ausstellung des kleinen Kunstkurses statt. „Das palästinensische Ehepaar ist mittlerweile schon fünf Jahre in Deutschland und sehr dankbar über die Chancen, die ihnen und ihren Kindern gegeben wurden. Aus Freude und Dankbarkeit haben sie gemeinsam ein Bild gemalt mit dem Titel ‘Dankebild für Deutschland’. Das hat mich sehr
berührt“, sagt Tamara von Gogh.
Wenn dieses Projekt endet, hat die Hamburger Kunststudentin der MSH Medical School am Kaiserkai schon weitere Pläne: In der Flüchtlings-Erstaufnahme in der Schnackenburgallee arbeitet sie zwei Mal die Woche für drei Stunden im Kunstzelt. In diesem offenen Atelier können Flüchtlinge den Umgang mit Öl-, Aquarell- und Pastellfarben lernen. Schöner Nebeneffekt: Die Geflüchteten können für ein paar Stunden gedanklich aus dem tristen Campalltag flüchten.
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