Luftmessstation am Altonaer Kreuzfahrtterminal jetzt in Betrieb - Landstromversorgung der Kreuzfahrtschiffe steht noch aus

Schiffe gehören aufgrund ihres Treibstoffes zu den dreckigsten Emissionsquellen überhaupt, stellt der NABU im Hintergrundpapier zur seiner Kreuzschifffahrtskampagne fest. (Foto: NABU, der das Bild auf www.nabu.de als Pressefoto zur Verfügung stellt.)
 
Das Kreuzfahrtterminal im Altonaer Fischereihafen: Seit April 2011 im Betrieb.
Altona-Altstadt. Seit dem 8.12.2011 liefert die Luftmessstation „Altona Elbhang“ regelmäßig Daten zur Luftbelastung in der Umgebung des Kreuzfahrtterminals im Altonaer Fischereihafen. Dies ergab ein Auskunftsersuchen der Altonaer Linksfraktion (Drs.-Nr. XIX-0921). Nach Angaben der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) sowie der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV), werden von der Station, die sich in der Grünanlage Olbersweg befindet, regelmäßig die Schadstoffbelastung durch Schwefeldioxid, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 (Partikel kleiner als 10 ¼m Durchmesser) gemessen. Ab Januar wird auch die Belastung durch Benzol, Toluol und Xylol messtechnisch erfasst, teilten die zuständigen Fachbehörden weiter mit. Die Messung erfolgt kontinuierlich rund um die Uhr. Stündlich und werden die Messwerte als 10 Minuten Mittelwerte abgerufen und in der Messnetzdatenbank abgelegt. Auf der Internetseite des Hamburger Luftmessnetzes HaLm (www.hamburger-luft.de) werden die Messergebnisse stündlich aktualisiert veröffentlicht. Die Aufstellung des Messcontainers am Olbersweg geht auf einen interfraktionellen Beschluss der Bezirksversammlung Altona zurück. Auf Initiative der Altonaer Linksfraktion hatte sich der Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz und Gesundheit mit dem Problem der zunehmenden gesundheitsschädlichen Schiffsemissionen zu befassen.
Bereits im April 2011 beantragte die Altonaer Linksfraktion, möglichst schnell die dringend gebotene Landstromversorgung der Kreuzfahrtschiffe am Altonaer Terminal zu realisieren. Der in den folgenden Fraktionsberatungen zustande gekommene einstimmige Beschluss der Bezirksversammlung, griff die Forderung der LINKEN auf, zügig eine Landstromversorgung zu verwirklichen. Hintergrund dieser Forderung ist, dass Kreuzfahrtschiffe auch wenn sie am Terminal vor Anker liegen, sich durch Betrieb ihrer Dieselgeneratoren mit Strom versorgen. Dies führt zu erheblichen Umweltbelastungen: Insbesondere die Belastung durch Schwefeldioxid, Stickoxiden und Rußpartikel in der Umgebung des Terminals steigt. Eine der Ursachen ist, dass die Kreuzfahrtschiffe immer noch mit schwefelhaltigem Schweröl betrieben werden. Es handelt sich um ein zähes Rückstandsöl, das als letzter Rest in Raffinerien anfällt und in den Schiffsabgasen aggressive Stoffe freisetzt (vgl. Hamburger Abendblatt vom 21.8.2007). Als Lösungsansatz bietet sich an, dass die Kreuzfahrtschiffe, zumindest solange sie im Hafen liegen, landseitig mit Strom versorgt werden. Bislang war gegen die Landstromversorgung immer wieder eingewandt worden, dass dies wegen fehlender einheitlicher technischer Standards nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich sei. Fakt ist aber, dass eine Studie u. a. vom Germanischen Lloyd, Vattenfall und der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) für den Terminalstandort Hafencity die Realisierbarkeit der Landstromversorgung bereits feststellte. Leider geht die Realisierung nur schleppend voran. Wann der von den Fachbehörden des Senats und dem Kreuzfahrtunternehmen AIDA-Cruises angekündigten Modellversuch für eine Landstromversorgung (vgl. Bericht in spiegel-online vom 30.9.2011) tatsächlich in die Praxis umgesetzt wird, ist noch nicht absehbar. Völlig zu Recht hat daher der Naturschutzverband NABU seinen jährlich verliehenen peinlichsten Umweltpreis Deutschlands „Dinosaurier des Jahres“ jüngst für 2011 an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI-Cruises vergeben. Dazu erklärt der NABU auf seiner Internetseite (www.nabu.de): „Die angeblich ‚Weißen Flotten‘ der Kreuzfahrtunternehmen sind in Wahrheit dreckige Rußschleudern, denn die Kreuzfahrtschiffe fahren auf hoher See immer noch mit giftigem Schweröl. Ein einziger Ozeanriese stößt auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke. Die Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ließen sich leicht vermeiden, aber aus Profitgier verweigern die deutschen Reeder bislang die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik wie etwa Rußpartikelfilter.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen – außer dass DIE LINKE sich beständig weiter für eine Landstromversorgung am Altonaer Kreuzfahrtterminal einsetzen wird.
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