Links gehen, rechts stehen

Alltag im Bahnhof Altona: Weil die rechte Rolltreppe nicht geht, steigen die Fahrgäste links die Treppenstufen nach oben. Foto: cvs

Viele Rolltreppen im Bahnhof Altona laufen nicht – Seniorin (73) beschwert sich

Von Christopher von Savigny. Treppen steigen kann Brigitte Bartels (73) nur unter großen Anstrengungen. „Ich habe Herzprobleme, und meine Beine tun auch nicht mehr so richtig“, berichtet die Altonaerin. Als regelmäßige HVV-Kundin ist Bartels daher auf die Rolltreppen an den S-Bahnsteigen im Bahnhof Altona angewiesen. Doch seit Monaten liefen diese nicht – jedenfalls immer dann nicht, wenn die Seniorin unterwegs sei.
„Ich fahre jeden zweiten Tag nach Rissen, wo ich ehrenamtlich zu tun habe“, sagt sie. „Wenn ich spätnachmittags zurückkomme, sind fast immer alle Rolltreppen, die nach oben führen, abgestellt.“ Auch die Fahrtreppen – so der technisch korrekte Begriff – hinauf zum Busbahnhof und zu den Fernbahngleisen seien häufig außer Betrieb. „Die Treppen nach unten sind dagegen immer an – dabei ist Runterlaufen doch nun wirklich kein Problem“, sagt Bartels, die das Ganze als „Frechheit“ bezeichnet. Der Aufzug stelle im Übrigen keine wirkliche Alternative dar: „Der ist immer von Leuten mit viel Gepäck, mit Fahrrädern oder mit Kinderwagen besetzt.“

Fahrtreppen stehen oft aus Sicherheitsgründen

Die Bahn macht die aktuellen Sanierungsarbeiten im Bahnhof Altona für die Ausfälle verantwortlich: „Baubedingt müssen aus sicherheitsrelevanten Gründen Fahrtreppen während der Arbeiten abgestellt werden, damit niemand zu Schaden kommt“, sagt DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Allerdings sei der Eindruck, dass nur die nach oben laufenden Fahrtreppen außer Betrieb seien, so nicht richtig. „Man könnte sagen, dass die eine oder andere immer mal wieder steht“, so Meyer-Lovis.
Wenn Fahrtreppen tatsächlich einmal kaputt gehen, dann liegt das laut DB-Auskunft oft an Müll, Schrauben, Nägeln oder anderen Gegenständen, die in die sogenannten „Fahrtreppenkämme“ hineinfallen. Ein häufiger Ausfallgrund sei auch das missbräuchliche Bedienen des Nothaltschalters. „Nachdem sich die Treppe automatisch ausgeschaltet hat, startet sie innerhalb der nächsten halben Stunde drei neue Anlaufversuche“, sagt Meyer-Lovis. „Klappt das nicht, muss ein Techniker kommen.“ Bei der Hamburger S-Bahn werden Rolltreppen viermal pro Jahr gewartet, pro Anlage dauert das etwa drei Stunden.
Der modernisierte Bahnhof Altona soll im September mit einem Bahnhofsfest eröffnet werden. Bis es soweit ist gilt: „Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden für die entstehenden Unannehmlichkeiten“, sagt Meyer-Lovis.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.