Lila Blütenwunder bis auf den Boden abgesägt

Nur noch Stöcke, die aus dem Boden ragen: einer der ehemals meterhohen Rhododendronbüsche auf dem Friedhofsgelände rund um die Christianskirche. (Foto: ch)

Gefährden Rhododendronhecken denkmalgeschützte Kirche?

von Christiane Handke, Ottensen - Schockiert blieb Martina Frerichs (62, Name geändert) stehen, als sie mit ihrem Hund zum Spaziergang rund um die Christianskirche startete: Alles kahl. Viele der riesigen Rhododendronhecken sind so radikal zurückgeschnitten, das teilweise nur noch nackte, blasse Stöcke aus dem Boden ragen.
Die Ottensenerin, seit 35 Jahren im Stadtteil ansässig, ist entsetzt: „Das war so ein schöner Anblick, wenn hier im Frühling die fast doppelmannshohen Hecken blühten und der ganze Park und der Friedhof ein Meer von lila Rhododendronblüten war - ein richtiges Naturschauspiel. Ich habe auf meinen Rundgängen hier immer wieder Leute beobachtet und gehört, die davon total be-geistert waren!“
Die Erklärung für den scheinbar erbarmungslosen Kahlschlag liefert Pastor Frank Hohwaldt. Anscheinend musste man sich entscheiden zwischen dem Überleben der denkmalgeschützten Kirche und dem Überleben der Hecken. Hohwaldt: „Die Kirche wird restauriert, die Mauern sind feucht. Wir müssen einen Graben ausheben, um Drainagen zu legen und die Mauern trockenzulegen, außerdem werden neue Rohre gelegt. Schon deshalb mussten die Hecken heruntergeschnitten werden. Und dann haben wir festgestellt, dass da, wo durch den Rhododendron keine Sonne mehr an die Mauern kommt, diese in besonders schlechtem Zustand sind. Vor allem an der Nordseite haben sie keine Chance mehr, zu trock-nen.“
Die Rhododendronsträuche auf dem Kirchengelände seien jahrzehntelang ohne jede Pflege einfach groß geworden. „Das ist“, sagt der Pastor, „auch wunderschön, besonders wenn er blüht.“ Aber um die Kirche zu erhalten, müsse der Rhododendron weichen. Howaldt: „Wir wissen noch nicht, ob das Zurückschneiden reicht oder ob die Hecken an manchen Stellen ganz entfernt werden müssen.“
Auf die Frage, weshalb denn auch meterweit von der Kirche entfernt Büsche abgesägt worden seien, erklärt Hohwaldt, dass auch der alte Friedhof demnächst neu gemacht werden soll.
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