Licht am Ende des Tunnels

Der zugige Gemüsestand am Bruno-Tesch-Platz ist bereits Geschichte. Anfang August eröffnet Sevda Kilicaslan mit ihrer Familie ein festes Ladengeschäft am „Max-Brauer-Tunnel“. Foto: rs

Kunden kämpften für die Rückkehr von ihrem Gemüsehändler in die renovierte Unterführung am Bahnhof

Von Reinhard Schwarz. Vom Tunnel in den neuen Tunnel: Fast vier Jahre hatte die Familie Kilicaslan in der Unterführung zwischen Bahnhof Altona und Großer Bergstraße einen Gemüsestand. Dann musste sie 2013 der geplanten Renovierung des Tunnels weichen. Demnächst kehrt sie zurück an den einstigen Standort, nun allerdings in ein festes Ladengeschäft auf der Ostseite der Unterführung, zur Großen Bergstraße hin.
„Wir freuen uns sehr, dass wir nun endlich wieder etwas Vernünftiges gefunden haben“, sagt Sevda Kilicaslan. Rund zwei Jahre hatten die 43-Jährige, ihr Mann Salim sowie ein Bruder ihren Gemüsestand am Bruno-Tesch-Platz, am „unteren Ende“ der Großen Bergstraße, aufgebaut und waren dort ständig den ungünstigen Windverhältnissen zu Füßen eines Hochhauses ausgesetzt gewesen. „Es war nicht immer einfach, dort bei jedem Wetter zu stehen“, berichtet Sevda Kilicaslan.
Die Familie hatte sich bereits im „Max-Brauer-Tunnel“ eine treue Kundschaft und einen guten Namen erarbeitet. Zum einen wegen der günstigen Preise, zum anderen, weil sie häufig Obst und Gemüse an Bedürftige und Obdachlose abgab, die sich im Bahnhofsbereich aufhalten.

Leicht war der Neuanfang in Altona nicht

Doch dann brauchten die Kilicaslans selbst Unterstützung, als sie den Stand im Tunnel aufgeben mussten. „Das Bezirksamt Altona und die Sprinkenhof AG hatten uns den Standort Bruno-Tesch-Platz als Ausweichquartier angeboten“, erzählt Sevda Kilicaslan, die mit sechs Jahren von ihren türkischen Eltern nach Deutschland geholt wurde und in Cuxhaven aufgewachsen ist. Der mittlerweile pensionierte Vater, der anfangs in der Cuxhavener Fischindustrie gearbeitet hatte, baute sich in der Nordseestadt einen Gemüseladen auf. Tochter Sevda half nach der Schule dort aus. Der Neuanfang in Hamburg-Altona sei nicht leicht gewesen, bekennt sie.
Als jetzt die Frage der Rückkehr zum Tunnel anstand, musste die Familie einen wahren Behörden-Marathon hinlegen. Deutsche Freunde und Stammkunden sprangen ihnen bei, halfen die Antragsformulare auszufüllen, Auskünfte bei der Schufa einzuholen und vieles mehr. Ein pensionierter Lehrer sammelte gar mehr als 300 Unterschriften für die Rückkehr der Kilicaslans zum einstigen Standort. „Anfang August soll es endlich losgehen“, kündigt Sevda Kilicaslan an. Ein genaues Datum gebe es noch nicht.
Weiterhin sollen ein Bäcker, ein Nagelstudio und ein Blumenhändler in die neuen Verkaufsräume auf beiden Seiten des Tunnels ziehen.
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