Leidenschaft für Klezmer

Nach über 40 Jahren auf der Bühne noch voller Energie: Karin Tschamper. (Foto: tp)

Karin Tschamper steht seit über 40 Jahren auf der Bühne

Von Thomas Pöhlsen
„Ich will noch was“, steht für Karin Tschamper fest. Ihr Leben lang hat sie gesungen, war Mitglied in Ensembles und hat sich dabei immer wieder neue Stile angeeignet. Besonders in der Volksmusik der osteuropäischen Juden, dem Klezmer, fühlt sie sich zuhause. Im Rentenalter tritt sie zwar etwas kürzer, aber die Musik gibt die Eidelstedterin deswegen noch lange nicht auf.
Schon in ihrem Elternhaus, Vater und Mutter waren Lehrer, wurde musiziert. Deswegen ging sie auf das musische Gymnasium Sootbörn in Lokstedt. Da gab es die ersten Gesangsstunden. Und es zog Karin Tschamper bereits damals auf die Bühne ins Rampenlicht.
Doch ihr schulischer Weg führte zunächst auf die Höhere Handelsschule. Dort konnte sie ihrer zweiten Leidenschaft nachgehen, den Sprachen. Ausgestattet mit den nötigen Englisch-, Französisch- und Spanischkenntnissen ging sie 1961 zur Plattenfirma Teldec. Es war die große Zeit der Schlagersänger mit ausländischen Wurzeln, wie Catarina Valente und Vico Torriani. Diese Schlager gefielen Karin Tschamper, und sie boten ihr die Möglichkeit, in fremden Sprachen zu singen.
Fado, Flamenco, Tango
Anfangs tingelte Karin Tschamper mit Schlagern übers Land, später probierte sie Tango, Fado, Flamenco und Chansons aus. Es waren die 70er Jahre und immer mehr internationale Musikstile drängten nach Deutschland. Stimmlich entwickelte sie sich in großen Chören weiter. 1968 hat Karin Tschamper geheiratet, sie brachte zwei Jungen zur Welt. Und ihren Teil zum Familieneinkommen trug sie durch Auftritte bei.
Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges entdeckte Karin Tschamper den Klezmer. Eine Hebräischlehrerin half, Work-shops bei der Klezmer-Legende Giora Feidman gaben Inspiration. Tschampers Bekanntheit wuchs. Unter anderem trat sie inzwischen in der Mitternachtsshow des Schmidt Theaters und bei Veranstaltungen in Hagenbecks Tierpark auf. Mittlerweile beschränkt sich die Sängerin mit der immernoch kraftvollen Stimme aber auf das Singen in zwei Gruppen und einem Duo.
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