„leetHub“ hilft beim Gründen

Möchte mit seinem Catering-Service auch Kultur vermitteln: Amer Saba aus Syrien. Fotos: pr

Programm „MoveON“: Verein unterstützt
Flüchtlinge, die sich selbstständig machen wollen

Gaby Pöpleu, St. Pauli

Früher waren sie Zahnärzte, Finanzberater oder Politikwissenschaftler, heute geben sie ein Online-Magazin heraus oder bringen vegane syrische Speisen unter die Leute. Für viele Flüchtlinge muss in der neuen Heimat auch ein beruflicher Neuanfang her. Und wo es kaum passende Angestellten-Jobs gibt, versuchen es viele mit einer Selbständigkeit. Dabei hilft der Verein „leetHub St. Pauli“ (siehe Kasten). Gerade wurde der Verein für diese Idee von der Schöpflin-Stiftung mit 50.000 Euro und einem Jahr wissenschaftler Begleitung ausgezeichnet.
„Das war ein Signal für uns, dass fördernde Institutionen anfangen, in der Selbstständigkeit einen Weg für Geflüchtete zu sehen“, sagt leetHub-Geschäftsführerin Julia von Weymarn. Wenn man diese Möglichkeit nicht sehe, würden große Potentiale verschenkt. Immerhin lebten über 25.000 Flüchtlinge in Hamburg – möglicherweise viele mit guten Ideen für ein Unternnehmen.
Start in die Selbstständigkeit: Zwei Beispiele
Zum Beispiel Hussam Al Zaher: Der 29-jährige Journalist und Politikwissenschaftler gründete hier nach sechs Monaten Unterstützung sein Online „Flüchtling-Magazin“. „Ich kann eine Stimme für die Geflüchteten sein und die Integration fördern, indem ich beide Seiten zusammenbringe und Verständigung möglich mache“, sagt er. Amer Saba (40) – früher Finanzmakler in Syrien – steht in den Startlöchern mit einem veganen syrischen Catering mit Kochschule. „Ich bin mit der syrischen Kultur nach Deutschland gekommen und möchte diese hier bekannt machen und mit der deutschen Kultur verbinden“, sagt er.
Der zweite Durchlauf des Coaching-Programmes „MoveON“ startet im Herbst und läuft wieder ein halbes Jahr. Zehn zukünftige Unternehmensgründer können teilnehmen. Voraussetzungen: Eine Geschäftsidee, eine Aufenthaltserlaubnis, das „Sprachlevel B1“ in Deutsch und wöchentlich etwa 20 Stunden Zeit. Dann wird gelernt: Von der Marktforschung über Unternehmensrecht, Steuern, Buchhaltung bis zum Businessplan helfen leetHub-Mitarbeiter bei allen wichtigen Gründerfragen. Dazu gibt’s feste Arbeitszeiten an einem Arbeitsplatz mit Laptop.

leetHub e.V.
Der Verein hat das Ziel, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft einzugliedern. In einer ehemligen Tanzschule auf St. Pauli betreibt er auf 200 Quadratmetern einen „Co-Working“-Raum mit bis zu zehn Arbeitsplätzen, die außer von den MoveOn-Teilnehmern auch von anderen genutzt werden. Dazu gibt es einen Veranstaltungsraum mit Bar.

Bernstorffstraße 118
post@leethub.de
Tel. 20 97 46 22
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