Lärmterror mit Sondergenehmigung am Tag der Deutschen Einheit

Ein Radlader kippte frühmorgens Schaufelweise Pflastersteine in Stahlcontainer
 
Wer verteilt die Schutzausrüstung für die Anwohner und Passanten?

Bauarbeiten in der Harkortstraße am Feiertag

Höllischer Krach als ob ein Haus einstürzt riss mich aus dem Schlaf. Dann Totenstille. Ich zog das Rollo hoch und öffnete das Fenster. Nix zu sehen, es war kurz nach 06:00 und stockdunkel. Dann kamen einige Baumaschinen und Radlader die Harkortstraße entlang. Ich schaute noch mal auf die Uhr: 3. Oktober, war das nicht ein Feiertag, der Tag der Deutschen Einheit? Auch auf meinem Handy zeigte der Kalender den 3. Oktober. Wieder Ohrenbetäubender Lärm, wie Stein auf Metall. Im Minutentakt fuhren Radlader die Straße rauf und runter, die Schaufel voll Steine. Die Harkortstraße und einige angrenzenden Straßen sind gesperrt bzw. Sackgassen, wegen der Fernwärmeerweiterung von Vattenfall und den Neue Mitte Altona Bauarbeiten.

Ich rief die zuständige Wache an und bat darum die Baustellen wegen dem Lärm mal in Augenschein zu nehmen. Der nette Polizist ging von einer Ausnahmegenehmigung aus, aber man wolle einen Streifenwagen in die Harkortstraße schicken um nachzusehen. Ich fragte noch ob ich wegen der evtl. Ausnahmegenehmigung später noch mal anrufen dürfte. Die Ausnahmegenehmigung darf ich als Normalsterblicher nicht sehen, auch wer sie ausgestellt hat bleibt ein Geheimnis, aber ich könnte einen Anwalt beauftragen, der dürfte das dann in Erfahrung bringen. In Anbetracht des Feiertages und der frühen Stunde, entschloss ich mich aber dazu den Anwalt ausschlafen zu lassen.

Mittlerweile war es kurz vor 07:00 und an schlafen nicht mehr zu denken. Ich schnappte mir meinen Fotoapparat und wollte den „Feiertagsterror“ in Bildern festhalten. Es war noch sehr dunkel und das eingebaute Blitzlicht konnte die Szene nicht ausreichend beleuchten, deshalb habe ich einige Bilder extrem aufhellen müssen. Ein Radlader kippte Schaufelweise Pflastersteine in Stahlcontainer. LKW zogen und schoben die Container über den Asphalt. Auf der Harkortstraße war ab Höhe Brauerei kein Durchkommen mehr. Vor der Brauerei wurden Einfahrt und Straße mit Baggern aufgerissen. Fußgänger und Radfahrer mussten sich an der schlecht beleuchteten Baustelle, zwischen den Maschinen und Fahrtzeugen durchschlängeln. Ein Arbeiter kam schnellen Schrittes aus der Dunkelheit auf mich zu, und versperrte mir den Blick auf den Bauplatz. Er beschwerte sich darüber das ich Fotografiere. Ich versprach sein Gesicht bestimmt unkenntlich zu machen, die Bilder sind auch stark unterbelichtet, außer Helm und Leuchtweste ist nichts zu erkennen. Jetzt wollte er wissen wer ich bin und meinen Ausweis sehen. Ich sagte ihm das ich mich als Bürgerreporter beim Elbe Wochenblatt versuche, meinen Ausweis dürfe er aber nicht sehen. Er kam noch eine Schritt auf mich zu und sagte zu mir: „Ich darf das!“ Einer seiner Kollegen, der in einem kleinen Bagger immer die Steine von der Baustelle wegfuhr, mischte sich ein und verlangte auch meinen Ausweis. Ich empfahl ihnen die Polizei anzurufen, wenn sie mit meinem Verhalten nicht einverstanden sind. Da mir die aggressive Szene etwas zu unübersichtlich wurde, auch wegen den Baumaschinen die dicht um mich herumfuhren, entfernte ich mich, betont langsam – um nicht den jagt Instinkt zu wecken.

Dass es für die Brauerei von Vorteil ist, wenn die Bauarbeiten außerhalb der Geschäftszeiten stattfinden, ist nachvollziehbar. Es ist aber haarsträubend, wie von Amtswegen nach dem Motto „Es wird schon nichts passieren“ hier vorgegangen wird. Eine Information der Bürger und Anlieger hält man auch an Feiertagen nicht für nötig. Rettungs- oder Feuerwehreinsätze hätten hier nur mit Verzögerung stattfinden können. Das kippen von Pflastersteinen in Stahlcontainer ist über 100dba laut. Dass der Fußweg, neben dem das Verladen stattfindet, auch mit Kinderwagen und von Fußgängern ohne Gehörschutz genutzt wird, ist anscheint kein Problem. Die Sondergenehmigungen für Bauarbeiten müssen öffentlich gemacht werden, auch wer sie genehmigt und warum. Wie sollen denn der Bürger und die Polizei sonst wissen ob es eine Genehmigung gibt und sie gerechtfertigt ist.
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