"Köz Urfa" und der Kampf gegen den Holzofen-Geruch

Dogan Öztürk im Hof hinter seinem Betrieb: Dort werden im Zuge der Erweiterung seines Restaurants mo-dernste Edelstahl-Abluftrohre bis weit über Dachhöhe gezogen. Damit hofft der Gastronom, die Geruchsbelästigung für die Nachbarn in Grenzen zu halten.

Gastronom in Sorge wegen Beschwerden aus der Nachbarschaft. Neue Abluft-Rohre sollen helfen.

Verzweifelt reagiert der Gastronom Dogan Öztürk auf die Beschwerden von Nachbarn seines Restaurants „Köz Urfa“ am Paul-Nevermann-Platz: „Was soll ich machen? Ich habe doch alle Auflagen des Amts übererfüllt!“
Zur Vorgeschichte: „Köz Urfa“ am Altonaer Bahnhof ist Spezialist für Speisen aus dem Holzofen und vom Grill. Die sind bei den Essern beliebt – aber geruchsintensiv in der Zubereitung. Laut Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamts, meldeten sich wegen der Gerüche im vergangenen Jahr „fünf Beschwerdeführer, davon hat sich einer zweimal und ein anderer dreimal beschwert. In 2012 gab es bislang drei Beschwerden.“
Gleichzeitig bestätigt Godenschwege: „Alle technischen Vorkehrungen wurden von ‘Köz Urfa’ mehr als erfüllt.“ Dazu gehöre eine bestimmte Schornsteinhöhe. „Der Eigentümer hat den Schornstein freiwillig weiter erhöht als verlangt. Eine nochmalige Erhöhung ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.“ Schädlich sei die Abluft ohnehin nicht, nur störend, fügt die Amtssprecherin hinzu. Der Technische Umweltschutz sei regelmäßig vor Ort, die vorgegebenen Reinigungsintervalle würden genau eingehalten.
Trotz allem muss Godenschwege zugeben: „Eine Geruchsbelästigung kann trotzdem nicht ganz verhindert werden.“ Und sie fügt spontan hinzu: „Aber man kann doch deswegen nicht ein ganzes Unternehmen plattmachen!“ Im Klartext: Mehr geht nicht, ohne den Laden zuzumachen.
Von zumachen ist „Köz Urfa“ aber weit entfernt. Im Gegenteil: In rund sechs Wochen soll die Eröffnung der Erweiterung in der Präsident-Krahn-Straße sein; dann wird das Restaurant mehr als doppelt so viel Platz bieten. Zehn Tage lang werden das neue „Köz Urfa“ und das bestehende parallel geöffnet sein. Dann macht der alte Teil zu, damit er saniert werden kann. Unter anderem sollen auch hier die mo-dernsten Abluftanlagen installiert werden, die in Deutschland zu haben sind, erklärt Dogan Öztürk. „Wir hoffen, dass es damit besser klappt als bisher. Wir sind seit neun Jahren hier, und wir wollen Frieden mit den Nachbarn. Aber ein Restaurant ist ein Restaurant - und das riecht man eben manchmal.“
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