Kleingartenverein will sein Geld zurück

Kleingartenvereine - nicht immer die reine Idylle.
ch. handke, hamburg-west

Wird jemand vor Gericht verurteilt, weil er Geld von anderen veruntreut hat, heißt das noch lange nicht, dass die ihr Geld wiedersehen. Diese bittere Erfahrung macht derzeit der Kleingartenverein Püttkuhl e.V..
Seit mehr als zwei Jahren kämpft der Verein um Geld, das eine ehemalige Vorsitzende abgezweigt hat.
Die derzeitige Vorsitzende des Kleingartenvereins Püttkuhl Susanne Rösicke hat heftig mit Altlasten zu tun. Schuld daran ist die vorletzte Vereinsvorsitzende Bärbel D.. Die hatte nach und nach mehr als 25.000 Euro vom Vereinskonto abgehoben. Von Januar 2009 bis Juni 2010 hatte sie insgesamt 84 Mal die Vereins-Geldkarte in den Automaten gesteckt und sich Geld geholt. Anfang 2012 stand die heute 71-Jährige deshalb wegen schwerer Untreue vor dem Amtsgericht Altona und wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Jetzt wird vor dem Landgericht in einem Zivilverfahren um das Geld gestritten. Bärbel D. ist sich, wie schon vor dem Amtsgericht Altona deutlich wurde, keiner Schuld bewusst. Ihr Argument: Sie habe so viel in den Verein gebuttert, sie habe deshalb das Recht gehabt, sich Geld auf diese Weise wiederzuholen.
Die jetzige Vereinsvorsitzende Susanne Rösicke: „Im Verfahren vor dem Landgericht ist noch kein Urteil gefallen. Man riet uns zu einem Vergleich. Unser Rechtsanwalt hat in einem Schreiben nachgefragt, ob Frau D. bereit wäre, sich darauf einzulassen. Da sie aber immer noch meint, nichts Unrechtes getan zu haben, erwarten wir, dass sie ablehnt.“ Und tatsächlich: Letzte Woche kam die Antwort. Ein Vergleich wird abgelehnt. Nun geht die Sache wieder vor Gericht.
Inzwischen sind noch mehr Details aus der Zeit, als Bärbel D. Vereinsvorsitzende war, ans Licht gekommen. So sollen in ihrer Amtszeit Lauben sehr viel teurer an Neupächter abgegeben haben als nachher in den Büchern stand. Rösicke: „Immer, wenn ein Pächter aufgibt, wird der Wert seiner Laube durch ein Gutachten ermittelt. Aufgrund dieses Gutachtens wird dann die Laube an den Neu-Pächter verkauft.“ Auffällig: In der Zeit, als Bärbel D. den Vereinsvorsitz hatte, seien Lauben angeblich für mehr Geld verkauft wurden als im Gutachten stand. Im Verein tauchte das Plus allerdings nicht auf.
Jahrelang mussten die Kleingärtner vom Püttkuhl nach der Ära D. eisern sparen - zum Teil an der Grenze des Nichtverantwortbaren.
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