Kleinbetriebe werden Eigentümer

Erst Motorrad-Mechaniker, jetzt auch noch Genossenschaftler: Tobias Trapp gründete mit anderen Gewerbetreibenden eine Genossenschaft, die etwa ein Drittel des Kolbenhof-Geländes übernimmt. Foto: cvs

Kolbenhöfe: Neu gegründete Genossenschaft braucht erstmal viel Geld

Von Christopher von Savigny. Beruflich schraubt Tobias Trapp, Inhaber einer Motorrad-Selbsthilfe-Werkstatt auf dem Kolbenhof-Gelände, an schweren, zweirädrigen Maschinen herum. Oder er gibt seinen Kunden zumindest Tipps, was zu tun ist. In letzter Zeit muss sich Trapp als Vorsitzender des Vereins Kolbenhof häufig mit ganz anderen Dingen herumschlagen. Zum Beispiel, wie man eine Genossenschaft gründet. Oder wie man mal eben einen siebenstelligen Betrag zusammenbekommt.
Die Genossenschaft gibt es seit Ende letzten Jahres – mit der Million (die genaue Summe kennen nur die Vertragspartner) dauert es deutlich länger. „Das ist eine Hürde, die wir nehmen müssen“, sagt Trapp. „Aktuell sind wir in Gesprächen mit potenziellen Kreditgebern. Da muss man sich erstmal schlau machen, wir sind alle Neulinge auf dem Gebiet.“

„Schöne Lösung, wie wir im Stadtteil bleiben können“


Von der sanierten Fläche des Kolbenhof-Geländes(das Elbe Wochenblatt berichtete)bekommen die Gewerbetreibenden nach langwierigen Verhandlungen mit dem Investor etwa ein Drittel ab. Einige alte Gebäude wie etwa die Hallen 6 und 7, das Magazingebäude und das Kompressorhaus bleiben erhalten und werden gründlich instandgesetzt. Ein Drittel? Ursprünglich hatte der Verein die Hälfte gefordert. „Wir sehen uns gezwungen, etwas zusammenzurücken“, räumt Trapp ein. So müsse etwa die Tischlerei Snoeck, derzeit auf 650 Quadratmetern zuhause, künftig mit 350 Quadratmetern plus Bürofläche zurechtkommen. Auf der anderen Seite wird Trapp nicht müde, den Beitrag des Investors Rheinmetall zu erwähnen, der immerhin den gesamten Ausbau finanziere. „Es ist eine schöne Lösung gefunden worden, wie wir im Stadtteil bleiben und außerdem Arbeits- und Ausbildungsplätze retten können“, sagt er.
Funktionieren soll das Konzept am Ende so, dass die Genossenschaft die ihr zugedachten Räume kauft (wofür die erwähnte Millionensumme benötigt wird) und anschließend an ihre Mitglieder vermietet. Es sei an der Zeit, dass man sich auch mal um bezahlbare Gewerbeflächen kümmere und nicht ausschließlich um neue Wohnungen, sagt Trapp. „Das sieht man schon an unserer vereinsinternen Warteliste.“ Diese sei nämlich fünf DIN-A-4-Seiten lang.
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1 Kommentar
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Angela Banerjee aus Altona | 25.05.2016 | 20:33  
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