Keine Flüchtlinge ins Seniorenheim

Seit Wochen tobt die Diskussion um den von "Pflegen und Wohnen" betriebenen Zwangsauszug der alten Menschen.

Große Vermittlungsrunde zum Thema „Seniorenheim Lutherpark“ am Mittwoch, 19. März, im Altonaer Rathaus.

Am Dienstag - nach Redaktionsschluss des Elbe Wochenblatts - hat Senator Scheele erklärt, dass im Pflegeheim Lutherpark definitiv keine Flüchtlinge unterfgebracht werden. Die Stadt ist vom Vertrag mit Seniorenheim-Betreiber Pflegen und Wohnen zurückgetreten. Dieser Vertrag sah vor, dass Pflegen und Wohnen das - dann leergeräumte Heim - der Stadt für Flüchtlinge gegen eine Miete zur Verfügung stellt.
Wie wird es mit der Senioreneinrichtung Lutherpark weitergehen? Am heutigen Mittwoch steht im Kollegiensaal im Rathaus Altona eine große nicht-öffentliche Diskussions- und Vermittlungsrunde zum Thema „Seniorenzentrum Lutherpark“ an.
Dabei sind Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer, Staatsrat Jan Pörksen aus der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, ein Vertreter der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg Pflegen-und-Wohnen-Geschäftsführer Johannes F. Kamm, Dr. Rembert Vaerst von Fördern & Wohnen, Vertreter aller Fraktionen der Bezirksversammlung Altona, Vertreter des Seniorenbeirats, der Luthergemeinde Bahrenfeld und des Heimbeirats.
Das ging voraus: Völlig überraschend hatte die Pflegen und Wohnen Gmbh den Bewohnern des Seniorenzentrums Lutherpark angekündigt, dass ihr Heim aufgegeben werde. Es sollte an die Stadt Hamburg als Flüchtlingsunterkunft vermietet, die Senioren in andere Hamburger Heime verteilt werden.
Ein Sturm der Entrüstung erhob sich, der sich erst beruhigte, als Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz ein Machtwort sprach: Kein alter Mensch müsse ausziehen, um Platz zu machen für Flüchtlinge.
Damit ist ein Mietvertrag zwischen pflegen und wohnen (Senioren) und fördern & Wohnen (Flüchtlinge) vom Tisch. Doch im Seniorenheim laufen die ominösen „Einzelgespräche“ trotzdem weiter. In diesen Gesprächen legt die Heimleitung den Bewohnern den Umzug nahe und bietet andere Heimplätze an. So berichtet Axel Caben (78), dass ihm zwar, wie versprochen, in einem anderen Heim ein Zimmer zum gleichen Tarif wie im Lutherpark angeboten worden sei - jedoch sei es deutlich kleiner als sein derzeitiges und habe „Dusche im Flur“. Caben: „Ich habe nicht das Gefühl, dass das Machtwort von Olaf Scholz die Heimleitung irgendwie gestoppt hat.“
Pflegen und Wohnen Chef Johannes F. Kamm hatte schon vor Wochen erklärt, das Heim auch dann schließen zu wollen, wenn er es nicht als Flüchtlingsunterkunft an die Stadt vermieten könne. Der Betrieb sei nicht mehr wirtschaftlich.
Nun ist es an Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer, zu vermitteln. Sie erklärt: „ Bei diesem Treffen soll darüber beraten werden, wie wir zu einer Lösung kommen, die von allen Beteiligten mitgetragen werden kann.“
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