Kein Vogel singt mehr in Mitte Altona.

Bäume, Büsche und Sträucher hatten viel vom Lärm der „Intercity Quietschkurve“geschluckt.
Hamburg: Harkordstraße | Vor nur ein paar Wochen sagten sich hier, auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände Altona-Mitte, noch Hase und Igel gute Nacht. Der Fuchs, der oft durch die Harkortstraße streunte, konnte dort sicherlich gute Beute machen. Ein kleines Birkenwäldchen, das sich auf dem brachliegenden Gleisdreieck in den letzten Jahren gebildet hatte, gab vielen Vogelarten ein Zuhause. Durch einen Nato-Draht bestückten Zaun war das Grundstück von der Außenwelt abgeschirmt und wurde kaum noch von Menschen betreten. Eine Zeitlang hatten verschiedene Tierarten dort Ruhe und konnten sich fast ungestört ausbreiten. Aber damit ist nun Schluss. Am Dienstag, 18. Februar, sorgte ein Bagger vor 6 Uhr in der Frühe auf dem Gelände für Lärm und fing damit an, nach und nach die jungen Birken herauszureißen. Nachbarn, die sich in ihrem Schlaf gestört fühlten, riefen wohl bei der Polizei an und baten um Hilfe. Die Polizei kam sofort und fuhr mit einem Wagen auf das Gelände. Der Baggerfahrer, der mit seiner Aufgabe total beschäftigt war, hatte die Gesetzeshüter zunächst nicht bemerkt, erst als das Blaulicht eingeschaltet wurde. Die Polizisten stoppten dann die Arbeiten ,und der Bagger musste bis 7 Uhr mit dem Bäumeausreißen warten. In den folgenden Tagen haben die Bagger ganze Arbeit geleistet, das Wäldchen gibt es nicht mehr, es musste Platz machen für eine Neubebauung. Den Fuchs wird man nun wohl nie wiedersehen. Auch die Greifvögel, die auf dem Bahngelände täglich nach unachtsamen kleinen Nagern und Singvögeln Ausschau hielten, werden nicht wiederkommen und sich andere Jagdgründe suchen müssen. Sogar die Elstern, Krähen und Ringeltauben, die durch die Bäume an der Straße huschten, sind über Nacht verschwunden. Im Sommer wird es wohl weniger Mücken geben, wenn die kleinen Gräben und Wasserlöcher, die sich über das Gelände verteilten, zugeschüttet sind. Sie waren aber auch das Zuhause von ziemlich großen Libellen, die sich schonmal in eine Wohnung verirrten und dort für viel Aufregung sorgten. Was den Bewohnern der Harkortstraße auch auffällt: Es ist lauter geworden. Bäume, Büsche und Sträucher hatten viel vom Lärm der „Intercity Quietschkurve“geschluckt. Bald wird es wohl noch mehr Unruhe geben, wenn das Bau Projekt Mitte Altona beginnt.
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