Kein Restmüll mehr nach Bahrenfeld

Von weither zu sehen: die Müllverbrnnungsanlage an der Schnackenburgallee, direkt neben der Autobahn A7.

Stadtreinigung soll umorganisiert und Müllverbrennungsanlage an der Schnackenburgallee stillgelegt werden.

Die Hamburger Stadtreinigung überlegt sich, die Müllverbrennung neu zu organisieren. Anlass: Der Vertrag mit der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld /Schleswig-Holstein endet und wird nicht mehr verlängert.
Für die Umorganisation spricht auch, dass die Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor an der Schnackenburgallee in Bahrenfeld in die Jahre kommt. Sie müsste über kurz oder lang aufwendig auf den neuesten Stand gebracht oder aber aufgegeben werden.
Gibt man sie auf, so die Überlegungen, könnte man die beiden modernen Anlagen an de Borsigstraße in Billbrook und am Rugenberger Damm in Altenwerder kaufen. Diese Anlagen gehören nicht der Stadt, aber dort wird auch heute schon Hamburger Müll entsorgt.

Wem gehören die Müllverwertungsanlagen auf Hamburger Gebiet?
Stellinger Moor gehört der Hamburger Stadtreinigung, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Hamburg. Die Müllverwertung Borsigstraße GmbH (MVB) in Billbrook gehört Vattenfall zu 85,5 Prozent und der EEW Energy from Waste GmbH zu 14,5 Prozent. An der Müllverwertung Rugenberger Damm GmbH & Co. KG (MVR) in Hamburg-Altenwerder sind Vattenfall zu 55 Prozent, die Stadreinigung Hamburg mit 25 und die EWE AG mit 20 Prozent beteiligt. Vattenfall müsste also bereit sein, seine Anteile an die Stadtreinigung Hamburg verkaufen.

Was passiert mit dem Gelände an der Schnackenburgallee, wenn die Müllverbrennungsanlage dort stillgelegt wird?
Die Annahme, dass die 130.000 Quadratmeter große Fläche komplett frei wird und beispielsweise verkauft werden kann, ist vorschnell: Dort steht nicht nur die Müllverbrennungsanlage, sondern auch eine Biogasanlage und das Streusalzdepot für den Westen Hamburgs, außerdem sind dort der Betriebsplatz der Region West und der Sperrmüllabfuhr, Werkstätten und große Parkplätze, wo die Stadtreinigungs-Fahrzeuge abgestellt werden.

Hätte Hamburg denn dann genug Kapazitäten für die Müllverbrennung? Schließlich gibt es heute vier Anlagen, zu denen Hamburg seinen Müll bringt. Dann gäbe es nur noch zwei.
Ja, es würde reichen, weil die Hamburger eifrig recyclen. Dadurch gibt es immer weniger Restmüll, der verbrannt werden muss. Und die neuen Anlagen sind sehr effizient.

Gibt es eine Zeitschiene?
Im Moment laufen lediglich erste Gespräche mit Vattenfall. Der Vertrag mit der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld läuft Ende 2016 aus. Die Müllverbrennungsanlage in der Schnackenburgallee soll spätestens 2019 stillgelegt werden.
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