Kein Platz auf dem Flohmarkt

Der Fabrik-Flohmarkt, immer am letzten Sonntag im Monat, ist einer der beliebtesten in der Stadt.

Vorwurf: Ungerechtes Vergabe-System für Verkaufsstände in der Fabrik

Der Flohmarkt in der Fabrik ist einer der beliebtesten in ganz Hamburg. Immer am letzten Sonntag im Monat drängen sich die Schnäppchenkäufer durch die schmalen Gänge – und die Verkäufer machen mit ihren Dachbodenschätzen richtig Kasse. Alle freuen sich? Nein. Rund 50 haben das Glück, in der Fabrik verkaufen zu dürfen. Rund 350 andere ärgern sich: Sie haben versucht, einen Stand zu ergattern und haben es nicht geschafft.
Zu denen gehört Anna-Julia Meier: „Seit 25 Jahren verkaufen meine Mutter und ich einmal im Jahr auf dem Fabrik-Flohmarkt. Seit die Anmelde-Modalitäten umgestellt wurden, bekommen wir keinen Platz mehr.“
Fabrik-Sprecher Stefan Krulle erläutert das Anmelde-System: „Exakt einen Monat vorher ab 10 Uhr können Anfragen per Mail oder telefonisch gestellt werden, diese finden dann nach Eingangsreihenfolge Berücksichtigung.“ Das hat Meier versucht: „An die Mail, die ich um 10 Uhr schickte, kam umgehend eine Antwort – angeblich alles ausgebucht.“
Das kann Stefan Krulle erklären: „Da unser Server ab 10 Uhr natürlich überlastet ist, lädt er die ankommenden Mails in einer für uns nicht transparenten Reihenfolge ab: Eine um punkt 10 Uhr abgeschickte Mail hat vielleicht bei uns die Eingangszeit 10.09 Uhr und schafft es nicht mehr auf die ersten Plätze. Und wer ein modernes, schnelles Telefon und Wahlwiederholung hat, kommt auch telefonisch schneller durch.“
„Das ist total ungerecht!“, kontert Meier. „Warum kommen die, die es nicht geschafft haben, nicht beim nächsten Mal auf die Liste? “ So war es bis vor etwa vier Jahren auch, sagt Krulle: „Da konnte man für mehrere Flohmärkte im Voraus buchen. Das führte jedoch dazu, dass bis zu 40 Prozent der Leute zwar buchten, aber nicht kamen.“
Stress haben nicht nur die potenziellen Flohmarktverkäufer, die sich um einen Stand bemühen, sondern auch die Damen am Fabrik-Telefon. Das wiederum kriegen die Anrufer zu spüren. Meier: „Schade, dass man so abgekanzelt wird. Ich war endlos in der Warteschleife, und als ich durchkam, war die Dame total unfreundlich.“ Das Wochenblatt fragte den Fabrik-Pressesprecher: Ist es nicht möglich, ‘Contenance’ zu bewahren? Zuviel der Kritik für Krulle – er antwortet nicht: „Die Frage ist mir zu dreist gestellt!“
Mutter und Tochter Meier haben jetzt zum Flohmarkt im Goldbekhaus gewechselt. Dort werden die Plätze fürs ganze Jahr am Jahresanfang vergeben.

„Die Beschwerden erreichen auch uns, und das seit Jahren“, gibt der Sprecher der Fabrik zu. Man habe bisher keine brillante Idee gehabt, wie die Standvergabe für den Flohmarkt transparenter und gerechter gemacht werden könne.
Jetzt sind die Wochenblatt-Leser am Zug: Wie kann man die Anmeldung für den monatlichen Flohmarkt so organisieren, dass keiner zu kurz kommt?
Antworten mit dem Stichwort „Flohmarkt“ entweder per Post an: Redaktion Elbe Wochenblatt, Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg. Per Fax: 2 85 32 29 39. Oder per Mail: post@wochenblatt-redaktion.de
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