Katja Kullmann & Co bei "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen"

Katja Kullmann (Foto: Patrick Ohligschäger)
 
Jurij Koch
Vattenfall Tschüss sagen und den Konzern dann mit offenen Armen empfangen? Damit hat Vattenfall kein Problem. Der Vattenfall Sprecher Alexander Hauk lobt denn auch die "Vielfalt der Literaturfestivals" in Hamburg. Die Protestlesereihe "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" beginnt deshalb exakt zeitgleich mit den Vattenfall Lesetagen. Schließlich sollen die Lesenden, wie die Träger der Veranstaltungsorte sich entscheiden bei wem sie mitmachen.
Ziel soll es sein Vattenfall auf ganzer Linie Tschüss zu sagen. Als Kultursponsor und als Stromlieferant. Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen setzt sich für eine dezentrale und demokratische Energiewende ein. Vattenfall erzeugt 90% seines Stroms aus Kohle. Die restlichen 10 % stammen aus der Müllverbrennung und aus Atomenergie. In Anbetracht des Baus eines Megakohlekraftwerks in Moorburg, an dessen Fertigstellung trotz zahlreicher Pannen festgehalten wird und der Naturzerstörung in der Lausitz für den Braunkohleabbau kann die klimazerstörerische Politik des Konzerns nicht mit einem Nebensatz erledigt sein.
Ünterstützung bekommen wir dabei von zahlreichen AutorInnen. Katja Kullmann liest am 23. April um 20.00 Uhr im Bürgertreff Altona-Nord (Nähe S-Bahn Holstenstraße) aus ihrem Buch "Echtleben", in dem sie das Dilemma beschreibt, wie man als kreative Prekäre überlebt und sich gleichzeitig eine Haltung bewahrt. Nach einem guten Jahrzehnt verschärfter Flexibilisierung ist die eigene Biografie zum knallharten Geschäft geworden. Was einst als Lebenskunst gedacht war ist zur Überlebenskunst verkommen.
Um das Thema Vattenfall geht es ganz konkret bei dem Literatur- und Musikabend "Wo Vattenfall ganze Landschaften zerschreddert". Dabei erfährt man dort auch viel darüber, was eigentlich "die Sorben" sind, denn diese kleine Sprach- und Kulturgemeinschaft lebt in der Lausitz und ist durch Vattenfalls Abraumbagger ebenso gefährdet wie die Landschaft. Bei der Veranstaltung im monsun-theater am 24. April um 19.00 Uhr ist dabei: Jurij Koch Schriftsteller aus der Lausitz, Gabriela Maria Schmeide, Schauspielerin am Thalia-Theater und Stanislaw Nawka, Hamburger Obdachlosenarzt.
Es wird auch einige Kinderveranstaltungen geben. Am 20. April liest Rale Oberpichler "Auf der Suche nach dem Märchenland" und präsentiert 40 Minuten Musikmärchen. Der Kinderladen Maimouna in der Holstenstraße lädt am 22. April zu der zweisprachigen Lesung (englisch/deutsch) Baby Earth ein. Die Erde wird geboren und die Planeten bringen Geschenke. Am 25. April um 16.00 Uhr geht es von der Erde zum Mond: "Peterchens Mondfahrt" wird von vier SchauspielerInnen des Kindertheaters Wackelzahn gelesen.
Neben weiteren bekannten SchriftstellerInnen wie Ingvar Armbjörnsen, Gunter Gerlach und Tina Uebel gibt es auch Geschichten aus Hamburg von Frauke Turm, die aus einem Krimi um den Wasserturm liest oder Antje Kosemund, die aus ihren Kindheitserinnerungen im Nationalsozialismus liest.
Am Tag des Gedenkens an die Katastrophe von Tschernobyl, dem 26. April liest die bekannte Aktivistin und Bewegungsarbeiterein Cécile Lecomte gemeinsam mit der Featureautorin Nadine Dietrich unter dem Titel "Eichhörnchens permanente Revolte". Cécile war auch eine der BaumbesetzerInnen im Gählerpark, die dadurch gerettet wurden. Wären die Baumbesetzungen nicht gewesen, so hätten die "Vattenfäller" sehr wahrscheinlich längst vollendete Tatsachen geschaffen.

Das vollständige Programm unter:
www.Lesetage-selber-machen.de/Programm2012
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