Kartoffeln und Möhren aus dem Park

Der Verein KulturEnergieBunkerAltonaProjekt KEBAP beschäftigt sich aus privater Initiative an der Schomburgstraße mit „Urban Gardening“. (Foto: pr)
 
Der Verein KulturEnergieBunkerAltonaProjekt KEBAP beschäftigt sich aus privater Initiative an der Schomburgstraße mit „Urban Gardening“. (Foto: pr)

Gemüse aus öffentlichen Grünanlagen? Die Grünen wollen „Urban Gardening“ in Hamburg salonfähig machen

Von Charlotte Sponholz.
Gemüse und Obst nicht mehr im Supermarkt kaufen, sondern die Karotte selber frisch aus der Erde des nächst gelegenen Parks ziehen. Die Stadt ist für Anpflanzung und Pflege des Gemüsegartens zuständig, zahlt das auch, die Bürger ernten kostenlos. Science Fiction? Eine Utopie? Nein.
Für viele Bürger der knapp 30.000-Einwohner-Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz ist das ganz normal. Seit 2010 werden dort auf öffentlichen Grünflächen Gemüse und Obst angepflanzt. Angefangen hat alles mit der Aussaat von 101 Tomatensorten um auf die Vielfalt traditioneller Nutzpflanzen aufmerksam zu machen. Die Stadt stellt kostenlos Gemüse, Obst und Kräuter, ja sogar Schnittblumen bereit.
Ziel: die Bürger für Themen wie Regionalität, Saisonalität, Konsumverhalten, Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Kann so etwas auch in Hamburg funktionieren?
Tatsächlich gibt es hier schon eine Vielzahl von Initiativen, die entweder auf privaten oder auch auf öffentlichen Flächen Obst und Gemüse anbauen. „Urban Gardening“ wird diese aus den USA stammende Bewegung genannt.
Die Grünen haben das Thema politisch aufgegriffen, wollen unter dem Motto „ Hamburg essbar machen“ das Gärtnern in der Stadt fördern. Zum Start des Projekts wurden im vergangenen Jahr symbolisch Himbeer- und Brombeersträucher im Kellinghusen Park gepflanzt.
Nun wurde dieser Plan im neuen Koalitionsvertrag festgehalten. Seite 61: „Der Senat unterstützt das Urban Gardening und will die Aufenthaltsqualität in den Grün- und Freiräumen verbessern“. Ob bald Tomaten und Zucchini neben Narzissen und Tulpen das Bild der Altonaer Parkflächen prägen? Lust auf die neuen Stadtgärten hätten die Hamburger, das geht aus einer nicht-repräsentativen Umfrage mit 101 Personen hervor. Über 70 Prozent der Befragten würden ein Projekt wie in Andernach begrüßen.
Skepsis gegenüber den politischen Plänen äußert hingegen Heike Breitenfeld vom Verein KEBAP e.V., der am Bunker in der Schomburgstraße mit Urban Gardening aktv ist: „Wir kennen diese Absichtserklärungen. Ansich sind solche Pläne begrüßenswert, die Frage ist nur: Womit wird das gefüllt? Wir sind vor knapp drei Jahren schon mal eingeladen worden zu einem runden Tisch mit Vertretern der Politik. Wir haben das sehr ernst genommen und dort viele produktive Vorschläge eingebracht. Aber danach ist nicht mehr wirklich viel passiert. Urban Gardening ist ja auch ein Thema, mit dem sich gerne geschmückt wird...“

Offenes Gärtnern
Die Gartengruppe trifft sich immer sonnabends um 14 Uhr in der Schomburgstraße 6-8 zum Gärtnern. Jeder, der mitmachen möchte, ist willkommen.


Das KulturEnergieBunkerAltonaProjekt KEBAP sucht Unterstützer für den Kauf eines mobilen Bürgertreffs
Mit einer Crowdfunding-Kampagne will der KEBAP e.V. den Kauf seines mobilen Treffpunktes vor dem Bunker in der Schomburgstraße 6-8 finanzieren. Das so genannte „KEBAP-Mobil“ dient der Initiative als Basis, um Menschen aus dem Stadtteil anzusprechen und sie an ihrem Projekt zu beteiligen. Zugleich dient es dem Urban Gardening am Bunker als Lager. Bislang war das Mobil eine kostenlose Leihgabe eines Unternehmers. Jetzt muss es renoviert und gekauft werden. Interessierte finden weitere Informationen über die Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Nordstarter: www.nordstarter.org/kebap-mobil
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