Karl Marx als schräger Musical-Held

Eine Verwechslungsgeschichte rund um das Thema „Finanzkrise“ startet als Musical am 5. Februar im Monsun-Theater. Tobias Künzel von den „Prinzen“ ist einer der Autoren. (Foto: pr)

Kultstück kommt von Plauen nach Hamburg - Gespräch mit Musical-Autor Tobias Künzel von den „Prinzen“.

Am 5. Februar startet „Comeback! Das Karl-Marx-Musical“ im Monsun-Theater: Tobias Künzel (50), das Gesicht der Leipziger Band „Prinzen“, ist einer der Autoren.

Wie kommt man auf die Idee ein Musical über Karl Marx zu machen?
Als Ossi kann man auf die Idee nur außerhalb Deutschlands kommen. In London wird man erschlagen von den Stücken, die aufgeführt werden. Da hat es mich gejuckt, ein Musical zu schreiben – etwas ganz Schräges.

Und bei schräg fällt Ihnen Karl Marx ein?
Ja. Ich saß in einem Café in Camden Town. Da fiel mir an der Wand ein Plakat auf, auf dem Leute abgebildet waren, die in dieser Ecke gelebt haben…und da war auch Karl Marx dabei…Da hat es klick gemacht. Ich dachte: „Ein Musical über Karl Marx, schräger geht’s nicht.“

Ist es eher eine Liebesgeschichte oder eine Tragödie?
Zu einem Musical gehört eine Liebesgeschichte. Und die gibt es natürlich auch bei uns. Ansonsten ist es eine absolut schrille Komödie! Das Stück spielt in der heutigen Zeit. Ein obdachloser Musiker wird hinter dem Grabstein von Marx mit diesem verwechselt und soll bei einer spiritistischen Sitzung die aktuelle Finanzkrise durch Widerruf seiner Thesen beenden.

Sind Sie bei der Premiere im Monsun-Theater dabei?

Unbedingt. Es war ja schon ein großartiges Gefühl, als das Stück 2013 in Plauen uraufgeführt wurde. Seitdem ist es immer ausverkauft. Ich freu mich nun sehr, dass das Stück nach Hamburg kommt und werde alles tun um bei der Premiere dabei zu sein. Allerdings gibt es die „Prinzen“-Klausel: Wenn ein wichtiger Termin mit der Truppe ansteht, muss ich alles andere absagen.
Übrigens hab ich zu Hamburg eine ganz besondere Beziehung. Wir haben die erste Hälfte der Neunziger Jahre dort verbracht, als wir mit den Prinzen unsere ersten CDs aufgenommen haben. Fast alle frühen großen Hits sind hier entstanden - auch in Altona, im Boogie Park Studio. Zuletzt hab ich 2013 zusammen mit Heinz Rudolf Kunze in der Fabrik gespielt.

Warum stehen Sie in Hamburg nicht mit auf der Bühne?
Ich habe früher naiv gedacht: Bühne ist Bühne, ich stelle mich darauf und mache das da irgendwie. Aber ich habe gemerkt, dass die Schauspielerei nicht meine Extrem-Passion ist. Ich bin sehr glücklich darüber, dass in Hamburg ein junges, kreatives Team das Stück umsetzt und unter anderem mit Ulrich Allroggen ein deutscher Musicalstar auf der Bühne stehen wird.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.