Kampf um die Fährverbindung nach Blankenese und Cranz

  Elbe-Este-Projekt

Die Mutter von Karl Lagerfeld hatte mal zum Sohn gesagt:“Hamburg ist das Tor zur Welt. Aber auch nur das Tor!“ So war es denn der Vorstandsvorsitzende des Blankeneser Bürger-Vereins, der treffend meinte: „Hamburg ist das Tor zur Welt, aber nicht nach Blankenese. Er bezog sich in einem Artikel in der Zeitung Elbe Wochenblatt auf die Initiative „Projekt Elbe-Este-Projekt“ unter Führung der sehr aktiven Blankeneserin Monika Lühmann. Frau Lühmann trommelte im Herbst 2013 diverse Interessierte aus Bürgervereinen, Politik und Interessengruppen aus Hamburg, Buxtehude, Altes Land und Schleswig/Holstein zusammen. Das Thema war die fehlende verlässliche Fähranbindung zwischen Landungsbrücken, Blankenese und Cranz. Die HADAG ein Unternehmen der Stadt Hamburg hatte vor etwa neun Jahren den Fährverkehr auf der Elbe zwischen Hamburg und Blankenese eingestellt. Die Fährverbindung zwischen Blankenese und Cranz/Neuenfelde wurde im Winterfahrplan auf nur wenige Abfahrten am Tag ausgedünnt. Im Sommer war die Fähre alltags im HVV-Tarif zu benutzen. Samstags und sonntags mussten für die knapp drei Kilometer breite Überfahrt über die Elbe von Blankenese nach Neuenfelde für zwei Erwachsene mit Rädern für die Hin- und Rückfahrt 18 Euro berappt werden. Das macht der Normalbürger nur einmal.
Nachdem nun das große Rauschen im Hamburger Zeitungsblätterwald begann, die die Forderung der Initiative nach einer verlässlichen Fähranbindung nach Blankenese und Altes Land guthießen und somit unterstützten, veröffentliche die HADAG die Meldung, dass man ab April zweimal täglich zu kostendeckenden Preisen über Blankenese per Schiff zur Lühe fahren werde, um somit den Kessel vom „Feuer“ zu nehmen. Frau Lühmann ist nun der Meinung, dass dies völlig unzureichend sei. Die HADAG lässt auf Anfrage gebetsmühlenartig verlauten, dass es für den Bürger und Steuerzahler in Dulsberg und Eppendorf nicht zu vermitteln sei, dass eine weitere Fährlinie vom Staat Hamburg bezuschusst wird und außerdem möchte die HADAG keine Konkurrenz für privat betriebene Passagierschifffahrt im Hamburger Hafen und auf der Elbe zu lassen. Die HADAG sieht ihre Aufgabe nicht im Befördern von Touristen im Hafen und auf der Elbe. Die HADAG ist immer noch der Ansicht, dass sie Pendler und Arbeitnehmer an ihre wassernahen Ziele bringen muss. Dabei sollte die HADAG wissen, dass sie schon längst einen Großteil Touristenverkehr bewältigt. Die meisten dieser Touristen sind Hamburger. Das alte Lied: hier subventionierter Staatsbetrieb, dort privatwirtschaftlich betriebene Passagierschiffahrt, die Geld verdienen muss. Nun glänzt die Führung der HADAG nicht mit Eloquenz, wie man in der Vergangenheit erfahren hatte.
Hat man zu wenige Fahrgäste wird die Linie eingestellt. Hat man zu viele Fahrgäste lässt man die Passagiere mit der Polizei von Bord holen, wie im letzte Sommer an einem guten Sommertag zu beobachten war. Großereignisse, wie evangelischer Kirchentag in Hamburg oder Hafengeburtstag kommen immer so plötzlich. An mögliche Taktverdichtung der überlaufenden Fährlinie nach Finkenwerder hätte man früher denken können. Jetzt ist mal wieder die Hamburger Politik gefragt. Ob man hier eine Lösung findet? Den schwarzen Peter hat sie jetzt allemal.
Heiner Fosseck
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