Jugendliche filmen ihren Alltag auf dem Kiez

Mit Hilfe der Jugendfilmwerkstatt St. Pauli können Jugendliche in ihrem Stadtteil ihre eigenen Filme machen. (Foto: pr)

Die Jugendfilmwerkstatt der Gemeinwesenarbeit St. Pauli wendet sich an 14- bis 21-Jährige

Von Julia Vellguth.
Drogenhandel, Prostitution, Gewalt – mit solchen Themen setzen sich Jugendliche auf St. Pauli auseinander. Die Jugendfilmwerkstatt der Gemeinwesenarbeit St. Pauli (GWA) ermöglicht jungen Leuten, aus ihren Erfahrungen eigene Filme zu machen.
Die Idee, mit Jugendlichen Filme zu machen, hatte Werkstattleiterin Hanna Christian (30) schon vor fünf Jahren. „Die Jugendlichen wollten schauspielern, Hip-Hop-Videos drehen oder tanzen“, erzählt die Sozialpädagogin. „Und ich wollte nicht, dass sie immer nur abhängen, sondern was Produktives machen und sich mit ihrem Lebensinhalt auseinandersetzen.“
Seit drei Jahren sind die Räume am Hein-Köllisch-Platz Anlaufpunkt für alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die Lust auf Film haben. Zu den Öffnungszeiten am Dienstag- und Mittwochabend ist immer mindestens ein Filmemacher vor Ort, der Tipps zu Ablauf und Technik gibt. Zum Angebot gehören Kameraausleihe und Schnittplätze sowie Workshops und Seminare.
Vor drei Jahren ging es mit einem Startworkshop los. Mehr als 50 Jugendliche kamen, in Kleingruppen entstanden an einem Wochenende vier Kurzfilme. Seitdem sind im Stadtteil zahlreiche kleine Filme entstanden, was auch mal mehrere Monate dauern kann. Die Ernüchterung über den Aufwand und das bescheidene Ergebnis ist bei den Jugendlichen oft groß. „Schließlich gucken sie sonst Hollywoodfilme“, erklärt die Werkstattleiterin.
In den meisten Filmen setzen sich die Jugendlichen mit stadtteilspezifischen Problemen auseinander. „Das sind auch harte Themen. Das macht das Filmemachen hier zu etwas Besonderem: St. Pauli ist ein bekannter Stadtteil, und die Filme zeigen die eigene Sicht der Jugendlichen auf ihren Stadtteil“, meint Hanna Christian.
Weil die Medienarbeit mit den Jugendlichen auf St. Pauli so gut ankommt, ist nun die Ausweitung der Filmwerkstatt zu einem Medienzentrum für Jung und Alt geplant. Auch Eltern und Älteren soll es dann zu mehr Kompetenz in der Welt von Film, Funk Fernsehen, Internet und Zeitungen verhelfen.
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