Jede Menge Krach bei Rot-Grün

Altona braucht ab Sommer diesen Jahres einen neuen Bezirksamtsleiter. Die Ausschreibung stand im Abendblatt; Bewerber können sich bis zum 8. Februar melden.
 
Er ging als erster mit seiner Bewerbung an die Öffentlichkeit: Thomas Adrian, Fraktionschef der SPD in der Bezirksversammlung Altona.

Bevorstehende Bezirksamtsleiterwahl: Neuer Zündstoff gefährdet die Koalition

Krach an der rot-grünen Front in Altona: Zerbricht die Koalition an der Wahl eines neuen Bezirksamtsleiters? Am Dienstagabend hat der SPD-Kreisvorstand zwar beschlossen, dass die Koalition mit den Grünen bestehen bleibt - aber es stand Spitz auf Knopf, und ein Ende der Koalition war durchaus im Bereich des Möglichen.
Zum Hintergrund: Am 23. Mai soll im weißen Rathaus am Platz der Republik Altonas neuer Bezirksamtsleiter gewählt werden. Bewerber können sich bis zum 8. Februar melden. SPD und Grüne, seit 2011 Koalitionspartner, haben einander zugesichert, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Der wird dann mit der gemeinsamen Mehrheit gewählt. Wenn es denn klappt...
Denn die beiden Fraktionen liegen sich über der Frage nach dem richtigen Kandidaten in den Haaren. Dabei gibt es bisher nur einen, der öffentlich verkündet hat: Ich wills gerne werden. Das ist Thomas Adrian, Fraktionschef der SPD in der Bezirksversammlung Altona, im Brotberuf Referatsleiter an der Innenbehörde. Die Altonaer SPD unterstützt ihn. Doch die Reaktion der Grünen auf seine Bewerbung lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Den wollen wir nicht. Grund: Ein SPD-Politiker auf dem Entscheider-Stuhl in Altonas Rathaus und eine reine SPD-Regierung in Hamburg - da ist die Chance klein, dass grüne Ideen aus Altona verwirklicht werden.
Daraufhin machte Melanie Schlotzhauer, Kreisvorsitzende der SPD, sich in einer erbosten Erklärung öffentlich Luft. Darin bezichtigt sie den kleineren Partner so vieler Vertrags- und Vertrauensbrüche, dass man sich wundert, wieso sie die Koalition nicht gleich aufkündigt.
Stattdessen hat sie mit den Genossen eine Erklärung zur weiteren gemeinsamen Arbeit und zur Wahl des Bezirksamtsleiters verfasst, die die Grünen mit unterzeichnen sollen. Was sie nicht taten. Gesche Boehlich: „Wir haben die Erklärung überarbeitet, jetzt ist der Ball wieder im Spielfeld der SPD.“
Dass es mit der Kommunikation zwischen Grünen und SPD nicht zum Besten steht, wird am Umgang mit der Presse deutlich. Während Schlotzhauer erklärt, man habe Stillschweigen gegenüber der Öffentlichkeit abgemacht, sagt Boehlich, das sei nie vereinbart worden.
Thomas Adrians Kandidatur hat der Trubel um seine Person nicht gut getan - er gilt inzwischen als „verbrannt“. Er reagiert gelassen und wartet ab: „Ich habe mich auf die Ausschreibung beworben in dem Wissen, dass man in einem Wettbewerb auch Zweiter oder Dritter werden kann.“

So kommt Altona zu einem neuen Bezirksamtsleiter:

10. Januar: Stellenanzeige wurde in der Presse und im Internet veröffentlicht.
8. Februar: Bewerbungsschluss. Anschließend: Vorauswahl der Bewerbungen durch die Bezirksversammlung (Mitglieder: jeweils eine Vertrauensperson pro Fraktion, Leitung: Staatsrat für Bezirke).
Bis Ende März: Vorstellungsgespräche.
April: Vorstellung der Kandidaten in den Stadtteilen.
28. Mai: Wahl in der Bezirksversammlung Altona.
Anschließend Ernennung durch den Senat.
15. Juli: Ende der Amtsperiode des derzeitigen Bezirksamtsleiters. Arbeitsbeginn des neuen Bezirksamtsleiters.
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