Jahrhundertchance – aber nicht am Diebsteich

Der Bahnhof Altona – eine schlechte Visitenkarte Hamburgs. Foto: Gerd Eichbaum

Wohin gehört der neue Bahnhof Altona?

Von Gerd Eichbaum. Die Bahn AG will ihren maroden und überlebten Kopfbahnhof Altona loswerden, die Holsten Brauerei sucht ein neues Produktionsgelände, die Stadt Hamburg muss in den kommenden Jahren dringend Zehntausende von neuen Wohnungen bauen. Drei Probleme, von denen jedes für sich schon eine richtige Hausnummer darstellt. Im Zusammenhang betrachtet, ergeben sie jedoch eine „Jahrhundertchance“, von der Stadtplaner ansonsten nur träumen können.
Nach derzeitigem Stand soll ein neuer Durchgangsbahnhof mit sechs Fernbahn- und zwei S-Bahngleisen auf dem Gelände des heutigen S-Bahnhofs Diebsteich entstehen. Für die Bahn in unmittelbarer Nähe ihres ICE-Betriebswerks in Eidelstedt eine betriebstechnisch sinnvolle Lösung. Für die Stadt auch? An dieser Frage scheiden sich die Geister.

Initiative „Prellbock Altona“ will keine Verlegung

„Am Diebsteich entsteht so nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Hamburg, vielmehr können wir eine architektonische Lösung schaffen, die dem neuen Altonaer Bahnhof gerecht wird und so einen Impuls für eine attraktive Entwicklung des Umfelds setzen“, ist sich Stadtentwicklungs-Senatorin Dorothee Stapelfeldt sicher.
Das renommierte Münchener Planungsbüro Vieregg & Rössler verneint dies jedoch in einer Planungsskizze vehement. Die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten am Diebsteich tendierten gegen null und für Fernreisende wäre der Standort unattraktiv: Weitab vom Schuss und nur an die S-Bahnstrecken 3 und 21 angebunden, nicht aber an die aus dem Westen kommende S 1.
Ein Vorschlag der Münchener Planer: Errichtung des neuen Bahnhofs im Gleisdreieck über der Stresemannstraße, zwischen Metro, dem Wohnquartier „Neue Mitte“ und dem ehemaligen Brauereigelände und Neu-Trassierung der S-Bahnstrecken. So stünden erheblich größere, hochwertige Flächen für Wohnbebauung mit einem Bahnhof mittendrin zur Verfügung.
Die Bürgerinitiative „Prellbock Altona“ sieht die Stadt auf Kosten der Steuerzahler über den Tisch gezogen. Sie fordert stattdessen die umfassende Sanierung des Bahnhofs an seinem jetzigen Platz, zusätzliche Bahnsteigzugänge am Lessingtunnel und die Errichtung von zwei neuen S-Bahn-Stationen „Altona Nord“ und „Altona Mitte“.
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