In St. Pauli wächst der exklusivste Wein der Welt

Weinberg mit Hafenblick – ob es das noch irgendwo anders auf der Welt gibt? Den Wein aus den Trauben, die hier wachsen, kann man nicht kaufen, den bekommt man nur geschenkt.

Die Rebstöcke für den „Hamburger Stíntfang Cuvée“ stehen quasi auf dem Dach des S-Bahnhofs Landungsbrücken.

Fett und dunkelblau hängen die Trauben an den Rebstöcken. In St. Pauli, Am Stintfang, quasi auf dem Dach der S-Bahnstation Landungsbrücken, wurde jetzt geerntet, was in ein paar Monaten einer der wohl exklusivsten Weine der Welt werden wird: der Hamburger Stintfang Cuvée.

Wie lang gibt es diesen Weinberg schon und wie groß ist er?
Seit 1995. Er ist 500 Quadratmeter groß, liegt am Hang zwischen Jugendherberge am Stintfang und Landungsbrücken und hat volle Südausrichtung. 100 Rebstöcke stehen hier: 50 der Rebsorte Regent (dunkle Traube) und 50 der Sorte Phönix (weiße Trauben).

Wie kam man auf die Idee?
Ein Einfall aus dem Schwabenland: Die Rebstöcke sind ein Geschenk der Wirte des „Stuttgarter Weindorfs“, das seit 25 Jahren immer im Herbst mit seinen Lauben auf dem Rathausmarkt zu Gast ist.

Wem gehört die Ernte?
Hausherr dieses einzigen Weinberges der Stadt Hamburg ist der jeweilige Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft. Zurzeit eine Präsidentin: Carola Veit (SPD). Sie ist zurzeit also kraft ihres politischen Amts sozusagen nebenberuflich Winzerin.

Wie ist die Ernte 2014?
Nicht schlecht. Nachdem im letzten Jahr ein Pilz alle Trauben hinweggerafft hat, haben sich die Pflanzen nun einigermaßen erholt und tragen besser als erwartet. Die weißen Trauben schwächeln noch etwas. Positiv: In diesem Jahr haben weder Menschen noch Vögel vor der Ernte zugeschlagen. Mundraub und Vogelfraß hatten zum Beispiel 2010 bis auf einen kleinen Rest alle Trauben vernichtet.

Was passiert mit den geernteten Trauben?
Sie werden seit 1996 traditionell von dem Stuttgarter Weinbaumeister Fritz Currle geerntet, nach Stuttgart begleitet und dort gepresst und ausgebaut.

Wieviel Wein ergibt das?
Aus Stuttgart kommen jeweils etwa 40 bis 50 Flaschen à 0,375 Liter zurück. Sie sind unverkäuflich und werden nur an besondere Staatsgäste verschenkt.

Und das Wichtigste: wie schmeckt der exklusive Tropfen?
Der Stintfang Cuvée, geliefert in einer eleganten schmalen, dunklen Flasche mit einem von Professor Ingo Offermann gestalteten Etikett, soll besser sein als man von einem Wein aus St. Pauli erwartet. Die Chef-Sommelière des Hotels Louis C. Jacob beschrieb ihn 2008 sogar als „wirklich gelungen“.
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