In Altona geht die Post ab!

Schlange stehen bei der Post.
Bei der Postfiliale an der Kaltenkirchener Straße ist eine lange Wartezeit Dauerzustand. Die Schlange zieht sich bis auf den Parkplatz. Wer sein Paket abholen muss oder es persönlich aufgeben will, wird auf eine Geduldsprobe gestellt. Vier von fünf Schalter sind besetzt, aber die Warteschlange wird nicht kürzer. Einige potenzielle Postkunden machen auf der Hacke kehrt, als sie das Gedränge vor der Tür sehen. Die Mittagspause reicht einfach nicht aus um schnell mal ein Päckchen zu verschicken oder den Online-Einkauf abzuholen.

„streiken die noch?“ und „das ist ja wie in der Ostzone!“ höre ich aus der Reihe vor mir. Der verbale Protest hält sich aber in Grenzen, einige haben das Smartphone vor der Nase und tippen, demütig gebeugt, ihre Beschwerden auf die Facebook-Seite der Deutschen Post. Die Spinnenweben über dem Eingang stimmen mich nachdenklich. Was wird wenn diese Filiale am Kaltenkircher Platz auch noch schließt? Das Geburtstagsgeschenk für Tante Liesel kann ich zum Post Shop bringen, da ging es bis jetzt immer zügig. Aber was wenn ich ein Packet abholen muss? Treffen wir uns dann alle vor dem Postamt an der Altonaer Poststraße? In einer Warteschlange bis vor Ikea? Nervöses Räuspern und ein „Hallo“ höre ich hinter mir. Da ich gedankenvergessen nicht aufgerückt bin, schloss sich die automatische Schiebetür im Eingang. In bestimmten Situationen können solche Kleinigkeiten Phobien auslösen. Schnell springe ich vor und stelle mich unter den Sensor. Die Tür öffnet sich und der „Schwarm“ ist wieder vereint. Im Eingangsbereich ist es angenehm kühl, draußen sind fast 30°. Im Winter wird es bestimmt unangenehm kalt in der Schlange. Aber das Rote Kreuz wird die Postkunden mit Decken und heißer Erbsensuppe schon vor dem Erfrieren retten.
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