Immer montags: Suppe gegen Rotstift

Biologisch, vegan, auf Wunsch auch mit Wurst: Mitveranstalter Dirk Molenkamp (li.) bei der Eintopfausgabe auf dem Spritzenplatz. Foto: cvs

Aktion gegen massive Kürzungen bei der Straßensozialarbeit Ottensen

Von Christopher von Savigny. Jeden Montag ab 17 Uhr wird an verschiedenen Orten in Altona gegen Spende selbst gekochte Suppe oder Eintopf ausgeschenkt. Die Veranstalter wollen damit nicht nur hungrige Mägen füllen, sondern auch gegen Kürzungen bei der Straßensozialarbeit Ottensen („Streeties“) demonstrieren.
Was ist die Straßensozialarbeit Ottensen?
Die Einrichtung wurde 1982 gegründet und befindet sich in der Braunschweiger Straße 1, unweit des Altonaer Rathauses. Bedürftige können beziehungsweise konnten dort umsonst duschen, ihre Wäsche waschen und Beratung in Anspruch nehmen. Nach eigenen Angaben werden rund 200 regelmäßige Besucher betreut, gelegentliche Gäste nicht mitgerechnet. Die „Streeties“ sind eine bezirklich geförderte Einrichtung.
Wer sind die Nutzer?
Unter anderem Obdachlose und Bewohner der Bauwagenplätze Gaußstraße, am Rondenbarg, des Punkerhauses in der Lobuschstraße und vom Verein Wildwuchswelt, der im Schulgartenweg zu Hause ist.
Um welche Kürzungen geht es?
Im Frühjahr ging einer der beiden langjährigen Sozialarbeiter in Rente, die Stelle sollte zunächst nicht nachbesetzt werden. Diese Maßnahme ist auf Beschluss der Bezirksversammlung vom Tisch, ebenso der zunächst angedachte Auszug aus der Braunschweiger Straße. Allerdings wurden die Öffnungszeiten ab Oktober von 14 auf sieben Stunden reduziert, sodass das Abendessen am Montag ab sofort ausfallen muss. Die Beratungsmöglichkeiten haben sich verringert, außerdem bleibt kaum noch Zeit fürs Wäschewaschen und für die Körperpflege.
Was sagt das Bezirksamt?
Pressesprecher Martin Röhl: „Die Öffnungszeiten wurden auch aufgrund zusätzlicher Aufgaben reduziert.“ Es sei unumgänglich, die Angebotsstruktur den vorhandenen Personalressourcen anzupassen. „Seit letztem Jahr ist durch Wildwuchswelt eine weitere Aufgabe hinzugekommen, die in nicht unerheblichem Maße personelle Kapazitäten bindet.“
Wie geht es weiter?
In einem offenen Brief an Bezirksamtsleiterin Liane Melzer fordern die Betroffenen die Rücknahme der Kürzungen. Bis vorerst Ende Dezember wird weiter Gemüse geschnippelt und Suppe ausgeschenkt. „Es geht uns darum, zu zeigen, dass wir da sind“, sagt Mitveranstalter und Bauwagenbewohner Dirk Molenkamp.
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Merle Tibulski aus Altona | 10.12.2014 | 17:36  
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