Im Winter keine Heizung?

Wieder einmal bringt der März Winterwetter und Schnee für Hamburg und Umgebung mit sich. Für Liebhaber des Winters weckt die Aussicht auf erneuten Schneefall positive Erwartungen und Vorfreude. Ein Sonntagsspaziergang durch schneebedeckte Landschaften ist für viele Menschen ein besonderes Erlebnis. Selbstverständlich gehört anschließendes Gemütlichmachen im warmen Zuhause mit Tee oder Kakao zu solch einem Spaziergang dazu.

Die Freude über den Winter ist aber auch bei eingefleischten Winterfans schnell vorbei, wenn zuhause keine warme Wohlfühl-Atmosphäre möglich ist. Der Ausfall der Heizung ist ein typisches Problem, von dem jeden Winter viele Menschen betroffen sind. Wen diese Situation betrifft, der ist meist auch in der Wohnung auf Mütze, Jacke und Schal angewiesen, die Begeisterung für Schnee-Spaziergänge ist dann verständlicherweise nicht sehr groß. Für Bewohner von Mietwohnungen erwächst aus dieser Problematik nicht selten ein größeres Ärgernis.

Zum Bedauern der betroffenen Mieter kommt es immer wieder vor, dass der Vermieter kein großes Interesse an der Information über die kaputte Heizung zeigt. Ist das der Fall, kann sich eine länger andauernde Auseinandersetzung entwickeln. Mietmängel sind ein sehr häufiger Grund für Konflikte zwischen Mieter und Vermieter. Die kaputte Heizung im Winter ist dabei besonders klassisch. Für Mieter ist es in einer solchen Situation vorteilhaft, die eigenen Rechte zu kennen: Bei einem längerfristigen Heizungsausfall liegt eine Minderung des Wohnwertes vor und Mieter können die Miete kürzen.

Wenn ein Mangel an der Mietsache besteht, müssen Mieter zunächst den Vermieter über diesen Mangel informieren. Wird die Behebung des Mangels durch den Vermieter verhindert oder verzögert, hat der Mieter das Recht, die Mietzahlung für den Zeitraum in dem der Mangel besteht zu kürzen. Die Gefahr einer Kündigung durch den Vermieter besteht für den Mieter nicht, da eine Kündigung nicht aufgrund einer Mietminderung wegen eines bestehenden Mangels erfolgen darf.

Die Kürzung der Miete sollte unbedingt in einem angemessenen Maß erfolgen. Es bestehen keine rechtlich verbindlichen Vorgaben für die Mietminderung bei Mängeln. Der Mieter muss die Angemessenheit selbst beurteilen. Generell gilt der Grundsatz, dass die prozentuale Mietkürzung der prozentualen Minderung des Wohnwertes entsprechen sollte. Wie hoch die prozentuale Minderung des Wohnwertes bei einem Heizungsdefekt ist, lässt sich nicht auf einen pauschalen Wert festlegen, sondern ist situationsabhängig. Ausschlaggebend ist das Ausmaß des Defekts. Beispielsweise ob es sich um einen Komplettausfall oder nur um eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Heizungsanlage oder einzelner Heizkörper handelt. Bei einem Komplettausfall der gesamten Anlage im Winter kann zum Beispiel eine Kürzung der Miete um bis zu 100% gerechtfertigt sein. Bei einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit, bei der zwar geheizt werden kann, jedoch keine normale Raumtemperatur erreicht wird, kann eine Kürzung der Miete um beispielsweise 25% gerechtfertigt sein.

Der Deutschen Mieterbund ist eine Anlaufstelle für Mieter, die sich hinsichtlich der Mietkürzung bei Mietmängeln beraten lassen möchten. Bei einem ausgeprägten Konflikt ist oftmals auch eine Rechtsberatung angebracht (Fachanwälte für Mietrecht können beispielsweise über die Anwaltssuche bei den Kammern gefunden werden). In vielen Fällen kann durch das Einschalten eines Anwalts die Eskalation des Konflikts abgewendet werden.

Bewohner von Mietwohnungen, die im Winter auch zuhause frieren müssen, sollten sich über ihre Rechte informieren. Ein Hinweis auf eine mögliche Mietminderung hat schon so manchen Vermieter dazu gebracht, das Heizungs-Problem ganz schnell zu beheben. Mit einer warmen Wohnung kann dann auch den erneuten Schneefällen ganz entspannt entgegen gesehen werden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.