Im Schaltjahr geboren: Ein Teenager von 76 Jahren

Die Geburtsurkunde beweist es: Waltraud Balzer wird heute 76 Jahre alt – aber sie feiert erst zum 19. Mal „richtig“ Geburtstag. (Foto: cvs)

Waltraud Balzer hat am 29. Februar das Licht der Welt erblickt und feiert ihren 19. „richtigen“ Geburtstag

Von Christopher von Savigny.
Eine Anekdote aus ihrer Kindheit ist Waltraud Balzer noch besonders frisch im Gedächtnis. „Eine Frau in der U-Bahn schimpfte, ich solle sie nicht so anstarren. Wie alt ich denn überhaupt sei!“ Die kleine Waltraud sagte wahrheitsgemäß „zwei“ – und fing sich prompt einen Rüffel ein. Wie hätte die Dame auch wissen sollen, dass das Gör in einem Schaltjahr geboren war und somit als Achtjährige erst zwei „richtige“ Geburtstage feiern durfte!
Solche Geschichten findet Balzer, die an der Grenze zwischen Bahrenfeld, Osdorf und Lurup wohnt, heute immer noch lustig. „Ich bin ja auch erst 19“, erwidert sie gern Leuten, die sie auf ihr jugendliches Aussehen ansprechen.
Nein, gelitten habe sie nie unter ihrem schrägen Geburtsdatum. „Ich fand das immer etwas Besonderes!“ Mindestens genauso erstaunlich: Ihre Tochter kam am 1. März zur Welt. „Hätten wir ein Schaltjahr gehabt, wäre es auch bei ihr der 29. Februar geworden“, ist sich Balzer sicher. Seither feiern die beiden immer gemeinsam am 1. März – außer in diesem Jahr. Am Wochenende gibt’s eine kleine Party zur Feier des „Teenagers“ – und das Wochenblatt gratuliert herzlich!
Weltgeschichtlich gesehen spielt der 29. Februar keine große Rolle. Kein Wunder: Kommt er doch durchschnittlich nur alle 1.460 Tage einmal vor: Immerhin gibt es ein paar Gedenktage. Die Katholiken feiern ihren Papst Hilarius (Amtszeit von 461 bis 468 nach Christus), Menschen in aller Welt begehen den „Tag der seltenen Krankheiten“ („Rare Disease Day“). Und die Anhänger des Diskordianismus, die an die Göttin der Zwietracht glauben (lat. „discordia“), haben 1958 den „St. Tib's Day“ eingeführt, zu deutsch etwa „St. Nimmerleinstag“.
Der Mathematiker und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) wollte allen Menschen, die am 29. Februar geboren sind, Trost spenden: „Man mag sagen, was man will, so ist ein Mensch, der nur alle vier Jahre einen Geburtstag hat, immer kein Mensch wie andere“, schreibt er.
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