Im Reich der roten Buddhisten

Für den Weltreisenden Pahnke fast normal: Ein karges Lager inmitten großartiger Landschaft. (Foto: Pahnke)

Soweit das Fahrrad trägt - Folge 2: Eimsbüttler Weltreisender radelt über das Dach der Welt

Von Gaby Pöpleu

Rund 30.000 Kilometer radelte der Eimsbüttler Anselm Pahnke schon um die Welt. Die neue Etappe seiner abenteuerlichen Reise auf dem Drahtesel führt ihn nach Tibet, direkt durchs Himalaja-Gebirge und ins „Reich der dunkelroten Buddhisten“, wie er sagt. Die Berge sind hier eindrucksvoll, bis zu 8.000 Meter hoch. Sein Ziel: Die höchsten Bergpässe der Welt mit dem Fahrrad erklimmen.

Ein Unfall gleich zu Beginn
Selbst bei solchen extremen Vorhaben halten sich Pahnkes Vorbereitungen inzwischen in Grenzen. „Selbst etwas zu entdecken und sich überraschen zu lassen, ist der besondere Reiz dieser Reise“, sagt der Weltreisende. Und obwohl das Radeln für ihn schon lange zum Alltag gehört, passiert Pahnke auf dem Trip nach Tibet gleich zu Beginn ein schmerzhafter Unfall: Bei flottem Tempo bergab streift er einen alten blauen Truck und geht zu Boden. Folge: Ein Handgelenk ist zwar nicht gebrochen, aber übel verstaucht, muss - mangels mdizinischer Versorgung - mit einem Stück Holz geschient werden. Zwei Tage lang muss Pahnke den ständigen Anstieg am Himalaja einhändig mit dem Fahrrad schaffen.
Doch für die Strapazen gibt es eine Belohnung: Die kälter werdenden Temperaturen tauchen Bäume und Wiesen in warme Farben, Yaks grasen die letzten Gräser auf den kargen Wiesen ab, am tiefblauen Himmel kreisen Raubvögel. „Das ist Radfahren im Rausch der Schönheit der Natur“, sagt Pahnke.

Die Tibetische Sprache ist schwierig
Die weißen Riesen immer fest im Blick kämpft sich der Weltreisende auf über 4.000 Meter hohen Pässen durch den Himalaja und entdeckt unterwegs „im Reich der roten Buddhisten“, wie er sagt, viele tibetische Siedlungen. „Die Menschen sind herzlich und interessiert, aber auch vorsichtig“, sagt Pahnke. Eine Folge der jahrzehntelangen Unterdrückung der Tibeter durch die Chinesen?
Besonders bemerkenswert: Im Tibetischen gibt es kein „ja“ und kein „nein“, man umschreibt den Sachverhalt anders. „Es ist eine schwere Sprache“, stellt Pahnke fest, noch dazu eine mit ganz eigener Schrift. Doch um sich mit den Einheimischen besser verständigen zu können, versucht er ein paar Brocken zu lernen. „‘Tashi deleg Tibet, khye rang jel ney ga-po joong’ heißt ‘Hallo Tibet, schön dich kennenzulernen.’“

Nächste Woche: Das Privileg des deutschen Reisepasses und Glück im Unglück
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