Im Kirchenchor statt im Star Club

Als Irmgard Malchow, geborene Kintzel, mit 14 Jahren begann in St. Joseph zu singen, gehörte sie zu den jüngsten Sängern im Kirchenchor.

Irmgard Malchow war eine der jüngsten Sängerinnen im Chor von St. Joseph.

Die Mutter war drin, der Vater ebenfalls, und auch die Brüder durften mit. Nur Irmgard war noch zu jung, musste allein zu Hause bleiben. Dann durfte sie endlich das erste Mal mitkommen zur Probe im Kirchenchor von St. Joseph Altona. Das war 1961, Irmgard Malchow, damals noch Irmgard Kintzel, war 14 Jahre alt. Brav sang sie mit. Aber St. Joseph hatte eine aufregende Adresse: Große Freiheit 43. Genau gegenüber eröffnete 1962 der Star Club!
„Ich musste immer neben meiner Mutter sitzen, die hat aufgepasst wie ein Schießhund, dass ich in der Pause nicht mit den Großen rübergehe zum Star Club, um zu gucken, was da los ist“. Auch für Chordirektor Martin Hettwer war das ein kleines Problem; er musste die Jugendlichen unter seinen Sänger immer wieder von „Yeah Yeah Yeah“ zu „Halleluja“ zurückholen. Gestört haben sich die verschiedenen Musiken nie - die Mauern waren dick genug.
Irmgard Malchow hat noch mehr Erinnerungen an ihre Zeit im Kirchenchor von St. Joseph. An die Betrunkenen, die öfters hereinschneiten und, ohne richtig zu wissen, wo sie waren, bis ganz nach vorne torkelten. Oder dass zu Weihnachten die Damen vom Kiez in die Messe kamen:„Die standen hinten und weinten ganz laut.“
Vor allem aber erinnert sie sich an die große Musikbegeisterung, die von Chorleiter Martin Hettwer auf die Sänger übersprang: „Der strahlte immer so und steckte uns alle an.“ Der Chor wurde zur erweiterten Familie: Irmgard heiratete, natürlich sang auch ihr Mann mit. Und ihr Bruder lernte seine Frau gleich vor Ort, beim Singen, kennen.
Den Chor gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr - er wurde 1992 im 130. Jahr seines Bestehens aufgelöst. Aber in den Köpfen derer, die damals dabei waren, klingt die Musik noch immer nach.
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