Ikea: Verkehrschaos ist sicher

Große Baustelle auf der Großen Bergstraße: Ikea

Das schwedische Einrichtungshaus eröffnet im Frühjahr 2014 – und es wird dauern, bis alle wissen: Hier gibts kaum Parkplätze, aber die Bahnverbindung ist spitze.

Die ersten drei bis vier Wochen werden chaotisch sein“, sagt Christian Mollerus, Leiter des im Bau befindlichen Ikea in Altona. Er erklärt: „Zur Eröffnung des Hauses werden die Kunden das Konzept – ein Ikea für Leute ohne Auto – noch nicht begriffen haben.“ Ergo: Wer das neu eröffnete Ikea in Altona besuchen will, kommt mit dem Auto – und merkt zu spät: Hoppla, hier gibts ja gar nicht genug Parkplätze.
Für die Anwohner rund um die Große Bergstraße heißt das: Verkehrschaos vor der Haustür. Auf einer Info-Veranstaltung mit dem Ikea-Chef, die die Linke in Altona organisiert hatte, beschwerte sich eine Anwohnerin deshalb bitter: „Dieses Ikea-Haus ist ein Experiment am lebenden Menschen.“
Ein Experiment ist es: An der Großen Bergstraße entsteht zurzeit das erste Ikea-Haus der Welt, das nicht auf der grünen Wiese oder an der Autobahn liegt, sondern mitten in der Stadt. Gedacht ist es für alle, die kein Auto haben – der Bahnhof ist ein paar Hundert Meter entfernt, Busse halten vor der Tür.
Die Parkdecks auf dem Dach werden nur 730 Autos Raum bieten. Zum Vergleich: Ikea Moorfleet hat 2.000, Schnelsen 2.200 Parkplätze. Dafür sollen für den Möbeltransport in Altona ganz neue Lösungen angeboten werden.
Statistisch gesehen, so Chris-tian Mollerus, gehe ohnehin die größte Anteil der Kunden mit einer „blauen Tüte mit Einkäufen zu 80 Euro“ wieder aus der Tür. „Wir werden in der Werbekampagne auf die Besonderheiten dieses Hauses hinweisen und alle Menschen ohne Auto ansprechen. Die sollen mit Bus, Bahn, zu Fuß und mit dem Fahrrad kommen.“
Werner Haertel von den Linken resümierte: „Erfreulich, dass Ikea sich den Fragen der Menschen im Stadtteil stellt, die Antworten sind aber großenteils unbefriedigend: Es gibt nach wie vor kein Verkehrskonzept, und die Konzernsprecher erwarten ziemlich ungerührt ein mehrwöchiges Verkehrschaos, bis die Kunden nicht mehr mit dem Auto, sondern mit der S-Bahn kommen. Auch die Auskunft, dass der dann erhoffte Besucheransturm vom Bahnhof her keine Probleme verursacht, beruht auf purem Wunschdenken.“
So wie früher scheint das Thema „Ikea“ den Altonaern jedoch nicht mehr auf den Nägeln zu brennen – nur knapp 40 kamen zu der öffentlichen Info-Veranstaltung.
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Lorenz Flemming aus Altona | 31.05.2013 | 09:02  
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