„Ich möchte etwas zurückgeben!“

Engagiert aus Überzeugung: Jutta Knöpfel, Noch-Inhaberin des Second-Hand-Ladens „Frauenzimmer“ in der Arnoldstraße. Foto: CVS

Jutta Knöpfel (63) engagiert sich ehrenamtlich für syrische Flüchtlinge und indonesische Schulkinder

Von Christopher von Savigny.
Sie hat es am eigenen Leib erfahren: die Angst, die Unsicherheit, das Ausgestoßensein im eigenen Land – dann die abenteuerliche Flucht und schließlich die glückliche Ankunft, die ihr viele hilfsbereite Menschen ermöglichten. Erlebnisse, für die Jutta Knöpfel (63) heute noch dankbar ist. Denn anders wäre sie vielleicht gar nicht zu derjenigen geworden, die sie heute ist. Eine, die gerne hilft und die sich eifrig engagiert. „Ich möchte gerne etwas von dem zurückgeben, was ich damals bekommen habe“, sagt Knöpfel.

Verein
Futura Indonesia


Rückblick: Drei Tage vor dem Mauerfall im November 1989 flieht die Mecklenbur-
gerin mit ihrem Ehemann plus zwei kleinen Söhnen von Ribnitz-Damgarten aus über Thüringen und Tschechien in den Westen. Der Gatte, Kaufmann in leitender Position, war bei den DDR-Oberen in Ungnade gefallen. Repressalien drohten, sie mussten weg. „Wir wollten unseren Kindern eine Zukunft bieten.“
Die Flucht durch den eisernen Vorhang war gefährlich, denn man hätte die junge Familie jederzeit zurückschicken oder, schlimmer noch, verhaften können. Aber es ging glatt – trotz fieser Grenzbeamten, die bohrende Fragen stellten und ihre gesamte Habe vor ihnen aus- und wieder einpacken ließen.

Nach der Flucht zog es die Familie in den Norden


Als DDR-Nordlicht zog es die Familie auch in Westdeutschland wieder ganz in den Norden – nach Hamburg. Und tatsächlich klappte alles: Ihr Mann bekam eine neue Arbeit, die Kinder neue Mitschüler und einen neuen Klavierlehrer, und sie selbst wurde von allen Seiten beschenkt und umsorgt.
Heute führt Knöpfel einen Second-Hand-Laden für hochwertige Damenmode in der Arnoldstraße – eine Arbeit, die sie allerdings aus Altersgründen Ende des Jahres aufgibt. Aber engagieren wird sie sich weiterhin: Zum einen sammelt Jutta Knöpfel alle Kleidungsstücke, die sich nicht verkaufen lassen, und gibt sie an syrische Flüchtlinge weiter.
Das zweite ist ein echtes Herzensprojekt: Durch den Verkauf von Schmuck und Armbändern unterstützt sie eine deutsche Schule in Indonesien. Das Geld, das über den Verein „Futura Indonesia“ eingesammelt wird, kommt Kindern zugute, deren Eltern sich keinen Schulbesuch für ihre Kinder leisten können.
Und jetzt? Ab sofort darf Jutta Knöpfel auch mal die Füße hochlegen, wenn sie das möchte. Will sie aber gar nicht so gerne. Lieber verreisen. Wohin? Keine Frage: nach Indonesien natürlich.
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