Hundehasser unterwegs?

Auslaufwiese: Im Park an der Trinitatiskirche dürfen Altonas Vierbeiner unangeleint herumtoben – möglicherweise fühlt sich ein Hundehasser durch die Tiere gestört. (Foto: cvs)

Trinitatiskirche: Verdächtige Köder entdeckt – Polizei lässt Probe untersuchen

Ch. v. Savigny, Altona

Die Gefahr lauert im Gras, unter Hecken und manchmal auch mitten auf dem Weg:
Appetitliche Fleisch- oder Wurststückchen, mal giftgetränkt, mal mit spitzen Nadeln oder Rasierklingen gespickt – und im Zweifelsfall unwiderstehlich für jeden Hund. Im Park bei der Trinitatiskirche ist jetzt wieder ein offenbar vergifteter Köder gefunden worden. Allerdings will die Polizei noch keine Bestätigung abgeben. „Wir haben die Probe ins Labor geschickt, aber noch keine Antwort erhalten“, sagt Polizeisprecher Jörg Schröder. Bis dahin werde der Fund als „verdächtige Substanz“ geführt.
Bei der Grünfläche südlich der Kirche handelt es sich um eine offizielle Hundeauslaufwiese. Möglicherweise fühlte sich ein Anwohner durch die tägliche Vielzahl an Hunden gestört. Altonas Hundehalter sind jedenfalls in Sorge: „Vor ein paar Jahren hat einer meiner Hunde mal einen Köder mit Rattengift gefressen“, erzählt Hundebesitzerin Christa Kaiser. „Nur durch Zufall habe ich es bemerkt, weil er Blut im Stuhl hatte. Wir sind natürlich sofort zum Tierarzt. Die Chancen standen 50 zu 50, aber wir haben es gerade noch geschafft.“ Heute führt Kaiser ihre zehn Jahre alte Malteserhündin „Gwendi“ spazieren. „So etwas passiert mir nicht nochmal“, sagt die Halterin. „Ich achte jetzt immer darauf, dass meine Hunde nichts fressen, was offen herumliegt.“
In Hamburgs Parks und Grünanlagen werden immer mal wieder gifthaltige oder mit scharfen Klingen präparierte Köder gefunden. Laut einer schriftlichen CDU-Anfrage in der Bürgerschaft gab es im Jahr 2015 allein 42 Fälle (Altona: acht Fälle), im ersten Halbjahr 2016 waren es 14 Fälle (Altona: zwei). An einem der 2016
gefundenen Köder konnte man demnach definitiv Giftstoffe feststellen.

„Man soll die Leute nicht grundlos ängstigen“

Allgemein werden Vergiftungsfälle bei der Polizei unter „Verdachtsfällen“ geführt, da man nicht sichergehen kann, ob sich der Hund nicht an etwas anderem den Magen verdorben hat. 2015 gab es in der Hansestadt zwölf dieser „Verdachtsfälle“, 2016 waren es bislang sieben (in Altona jeweils keine). Nur in einem Fall konnte nach Auskunft des Senats ein Täter ermittelt werden.
Bei dem Altonaer Fund handelt es sich laut Polizeisprecher Schröder um einen Einzelfall. „Man sollte die Leute nicht grundlos ängstigen“, so Schröder.
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