„Historisch ergibt das keinen Sinn“

Die Kreuzung Große Bergstraße / Altonaer Poststraße in einer Aufnahme von 1965: Damals konnte man den Platz noch mit dem Auto überqueren. Quelle: Altonaer Stadtarchiv / Wolfgang u. Gisela-Vacano-Stiftung

FDP will offizielle Bezeichnung für den
Goetheplatz – Altonaer Stadtarchiv ist dagegen

Ch. v. Savigny, Altona

Unter der Bezeichnung „Goetheplatz“ kennt jeder Altonaer die gepflasterte und mit Bänken ausgestattete Freifläche an der Goethestraße, Altonaer Poststraße, Große und Neue Große Bergstraße aufeinandertreffen. Offiziell durfte der Platz diesen Namen jedoch nie tragen. Die Altonaer FDP möchte das gerne ändern. Einen Anlass bietet der für dieses Jahr geplante Abschluss der Straßenbauarbeiten.

„Wir meinen, es ist Zeit, den ,Goetheplatz’ von seinen Anführungszeichen zu befreien und ihn endlich beim rechten Namen zu nennen“, heißt es in dem entsprechenden Antrag der FDP für die Bezirksversammlung.
Gründe für eine Umbenennung gibt es nach Ansicht der Liberalen zur Genüge: Navigationssysteme würden bei der Eingabe des Namens „Goetheplatz“ regelmäßig versagen, Taxifahrer wüssten nicht weiter. Auch auf dem Stadtplan der Internetseite hamburg.de sei der Ort nicht zu entdecken. „Der gesamte Bereich rund um die Straße hat durch die Ansiedlung von attraktiven Geschäften seine Bedeutung wiedererlangt. Nun muss eine sichere Orientierung und Auffindbarkeit sichergestellt werden“, so die Altonaer FDP.
Wenig Verständnis für diesen Vorschlag zeigt jedoch Wolfgang Vacano, Leiter des Altonaer Stadtarchivs. „Der Goetheplatz ist für mich ein Nennplatz. Jeder kennt ihn unter dem Namen – das genügt“, sagt er. Ganz so bedeutsam und so einladend findet Vacano den gepflasterten und mit einigen Sitzbänken ausgestatteten Platz seit dem Bau von Ikea und der sogenannten „Bergspitze“ auch nicht mehr: „Da ist viel Fläche verloren gegangen. Unter Aufenthaltsqualität verstehe ich etwas anderes“, kritisiert Vacano. Zudem müssten sicherlich Adressen und Briefköpfe geändert werden, was im Allgemeinen nicht billig sei. „Auch aus historischer Sicht ergibt das keinen Sinn. Denn früher, als die Goethestraße noch über die Große Bergstraße hinausführte, war das einfach eine Kreuzung – und kein Platz.“
Der letzte Abschnitt der Neuen Großen Bergstraße – zwischen Max-Brauer-Allee und „Goetheplatz“ – wird derzeit mit rotbuntem Klinker im Riegelformat gepflastert.
Die Fertigstellung ist für Juli geplant. Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1966 war die Neue Große Bergstraße die erste Fußgängerzone Hamburgs.
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