Hilfe, die Schnecken kommen!

Auf die Poller, ran an die Bäume, und rauf auf die Straßenlaterne! In Bahrenfeld wollen Tausende Schnecken ganz nach oben.

Schnirkelschnecken besetzen in Bahrenfeld Bäume, Poller und Straßenlaternen.

Seltsames Naturphänomen in Bahrenfelder Kirchenweg, gegenüber der Einmündung Händelstraße: Dort kriechen Zehntausende von Schnecken an Bäumen, Pollern und an der Straßenlaterne hoch und überwinden dabei - an der Laterne - Höhen bis zu fünf Metern. Das Wochenblatt hat einen
Schnecken-Experten gefragt: Was ist da los?
Schneckenhäuser, massenweise Schneckenhäuser: In allen Farben zwischen Gelb und Schwarz geringelt, sitzen sie zu Zigtausenden an den Stämmen der Straßenbäume auf Höhe Bahrenfelder Kirchenweg 52. Ihr langsamer Weg scheint die Tiere schnurstracks nach oben zu führen. Auch an den Straßenpollern knubbeln sich
Schneckenhäuser, und selbst auf die rund fünf Meter hohe Bogenlampe am Straßenrand trauen sich die Schnecken - die ganz oben kann man mit bloßem Auge kaum erkennen.
Dr. Vollrath Wiese, Leiter des Museums „Haus der Natur“ in Cismar, ist Schneckenforscher, in der Fachsprache Malakozoologe. Der Mann weiß alles über Schnecken. Als erstes gibt er Entwarnung: „Die tut nichts! Die tut Menschen nichts, und die tut Pflanzen nichts. Nur bei Massenbefall an jungen Obstbäumen sollte man aufpassen. “
Es handelt sich um die Hain-Bänderschnecke oder Schwarzmündige Bänderschnecke Cepaea nemoralis, im Volksmund Schnirkelschnecke genannt. Fünf Jahre alt kann diese am häufigsten in deutschen Gärten vorkommende Schnecke werden. „Sie frisst Algen, Kleinpilze sowie den Bewuchs und faulende Teile von Bäumen“, erklärt Wiese. Das Moos auf der Wetterseite der Straßenlaterne „... lädt die Schnecken geradezu zum Essen ein!“ Dabei sei eine Kletterhöhe von fünf Metern gar nichts Ungewöhnliches. „Man hat diese Schnecken auch schon in 20 Metern Höhe beobachtet“.
Dass die Tierchen sich gerne nach oben verziehen, hat noch mehr Gründe: Dort sind sie vor Fressfeinden – Käfern und kleinen Säugetieren – sicher. Selbst Vögel
picken nur Schnecken auf, die am Boden aktiv sind. Und: Die Schneck-en brauchen Feuchtigkeit, um aktiv zu werden. „An Bäumstämmen“, so Wiese, „bekommen sie Feuchtigkeit schneller mit als unter Gras und Laub am Boden.“
Und warum sind es so viele? „Das ist Zufall“, meint der Schneckenforscher.
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