Herr Bürgermeister, was schenken Sie Altona zum Geburtstag?

Lebensmittelpunkt in Altona: Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Foto: pr

Ein Wochenblatt-Interview mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz

Von Christiane Handke.
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz ist zwar in Osnabrück geboren. Doch Altona war die Heimat seiner Eltern und Großeltern. Als Student kehrte er dahin zurück, woher sie stammten. Er studierte Jura, wurde Fachanwalt für Arbeitsrecht und war, bevor er Landesvorsitzender wurde, von 1994 bis 2000 Vorsitzender der SPD Altona. Altona ist auch sein privater Lebensmittelpunkt: Seit Jahrzehnten bewohnt er mit seiner Frau Britta Ernst eine Wohnung in der Altstadt. Der richtige Mann also für ein paar Fragen zu Altonas 350. Stadt-Jubiläum.


Elbe Wochenblatt: Was schenken Sie Altona zum Geburtstag?
Olaf Scholz: Vor einiger Zeit habe ich in der Zeitung gelesen, dass die Entscheidung zur Bahnhofsverlagerung das schönste Geschenk zum 350. Geburtstag sei. Die Bezirksamtsleiterin hat das gesagt, und ich finde, sie hat Recht. Es ist das Ergebnis der intensiven Verhandlungen zwischen Senat und Deutscher Bahn, das jetzt diese Entwicklungspers-pektive für die Neue Mitte Altona eröffnet wird.

EW: Wie lang leben Sie in Altona, und wie hat es sich in dieser Zeit verändert?
OS: Schon seit den achtziger Jahren. Manche Teile des Bezirks, vor allem im Zentrum, haben sich sehr verändert. Zum Positiven, wie ich finde. Die Lebensqualität hat sich stetig verbessert. Mittlerweile wird verstärkt darauf geachtet, Verdrängungsprozessen entgegenzuwirken. Das ist gut.

EW: Gibt es ein Detail aus Altonas Geschichte, dass Sie in besonderer Weise beeindruckt hat?
OS: Nicht ein Detail, sondern eher eine Haltung. Die Religionsfreiheit hat hier eine Rolle gespielt. Die Gewerbefreiheit auch. Na, und Max Brauer war in der Weimarer Republik Altonaer Bürgermeister und dann nach der Nazizeit der erste frei gewählte Bürgermeister eines gemeinsamen Hamburgs, wie wir es heute kennen.

EW: Sie kennen jetzt ganz Hamburg - sind die Altonaer anders?
OS: Nein, da sehe ich keine Unterschiede. Wer sich bewusst für diesen Bezirk entscheidet, tut das sicher aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Altona ist so vielfältig und bietet Raum für viele Lebensentwürfe, die hier nebeneinander existieren können. Das finde ich immer wieder beeindruckend.

EW: Altona in 350 Jahren - wie sieht es aus:  Ein Städtchen nach den Vorstellungen der Initiative „Mehr-Demokratie“? Oder kleiner Teil einer Riesenmetropole, die bis nach Kiel reicht? Oder ist Altona dann wieder dänisch?
OS: Hamburg wird weiter wachsen und Altona ist sehr beliebt. Da muss man sich keine Sorgen machen. Hamburgs Einheitsgemeinde ist Grundlage unseres Erfolges. Vorschläge, diese aufzulösen, sind zu Recht nicht gut angekommen.

EW: Wo mögen Sie Altona ganz besonders?
OS: Mein Lieblingsort ist der Altonaer Balkon. Von dort hat man einen fantastischen Blick über die Elbe und auf den zweitgrößten Containerhafen Europas.
An dieser Stelle, wo man von einer Parkanlage auf einen Fluss und ein Industriegebiet schaut, wird besonders deutlich, was für Hamburg charakteristisch ist: eine hohe Lebensqualität und eine starke Wirtschaft.
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
84
anna elbe aus Altona | 23.08.2014 | 13:41  
6
Marlit Klaus aus Altona | 23.08.2014 | 15:09  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.