Heißer Abriss der Subkultur?

Am Morgen des Valentinstages, 14. Februar, um 3.06 Uhr meldete die Feuerwehr: Vom Gebäude des Golden Pudel Club brennen Bereiche der Außenfassade und des Dachgeschosses. Foto: JOTO

Legendärer Golden Pudel Club brennt ab – Verdacht auf Brandstiftung

Von Imke Staats und Horst Baumann. Die Brandermittler hegen den Verdacht auf schwere Brandstiftung: In der Nacht zum Sonntag brannte der Golden Pudel Club am St. Pauli Fischmarkt komplett ab, die rund 150 Gäste konnten sich in Sicherheit bringen. Wer den Brand gelegt hat, konnte das Landeskriminalamt bis Redaktionsschluss nicht ermitteln. Der „Pudel“ ist der berühmteste Underground Club der Stadt. Am 20. April sollte er zwangsversteigert werden. Club-Mitgründer Schorsch Kamerun spricht im NDR von einem „merkwürdigen Zufall“.
Seit Jahren liegen die beiden Eigentümer und ehemaligen Freunde Rocko Schamoni und Wolf Richter im Clinch. Sie hatten das Haus 2008 zusammen gekauft. Richter führte im Obergeschoss privatwirtschaftlich ein Cafè, Schamoni den unkommerziellen Club im unteren Teil. Während Richter vorhatte, das Gebäude abzustoßen, wollte Schamoni den Club so, wie er ist, erhalten. Da das so nicht geht, bleibt die sogenannte Teilungsversteigerung als juristische Lösung. Diese wird angewendet, um eine streitende Gemeinschaft an einem Grundstück zu beenden.

„Es geht um weit mehr als den Golden Pudel Club“

Üblich ist dies bei Eheleuten, die in einem Haus leben und sich trennen. „Bei der Versteigerung handelt es sich nicht um den Konflikt zwischen sich streitenden Eigentümern, und es geht um weit mehr als den Golden Pudel Club. Mitte der 1990er-Jahre wurde, in Zusammenarbeit mit Park Fiction, erfolgreich eine Bürobebauung auf dem gesamten Areal verhindert. Dieser Raum wurde jahrelang erkämpft. Der Club ist ein Teil von Park Fiction und umgekehrt. Er begreift sich als gelebte Alternative zur Wertschöpfungskette einer fresssüchtigen Eventmaschine, in einer immer stärker kommerzialisierten Stadt“, so die „Pudel“-Betreiber. Sie sehen die Lösung in einer Stiftung, „die das Haus dem Kapitalmarkt entzieht“.
Momentan hat die Subkultur keine Heimat am Hafenrand mehr. Ein Polizeisprecher: „Das Gebäude ist aufgrund des Brandes und des Löschwassers derzeit nicht nutzbar, zudem ist der Dachstuhl laut Bauprüfabteilung des Bezirksamtes Altona teilweise einsturzgefährdet.“
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