Heinz Koetter ist gestorben

Eine Kerze für Heinz Koetter - der Geschäftsführer von Nutzmüll e.V. war lange krank gewesen. Trotzdem kam sein Tod überraschend.
 
Heinz Koetter stellte 2011 eine Neuentwicklung des Vereins Nutzmüll vor: die Wurmbank - eine Möglichkeit der Kompostierung für kleine Stadthaushalte. (Foto: cvs)

Altonaer Original wird fehlen. Ein Team führt den Verein „Nutzmüll“ weiter.

Heinz Koetter ist tot. Die Seele des Vereins „Nutzmüll“ hatte seit langem Krebs, vor fünf Jahren war ihm eine Niere entfernt worden. Sein Tod kam jedoch völlig überraschend. Er starb am 1. April, knapp 14 Tage nach seinem 60. Geburtstag. Er wird in seinem Geburtsort Haren/Ems bestattet.
Freunde und Mitarbeiter laden zu einer Gedenkfeier am Donnerstag, 26. April, um 16 Uhr in die Räume der Galerie Kunst-Nah ein, Kulturetage Altona, Große Bergstraße 160.
Heinz Koetter war schon von seiner Erscheinung her ein Mann, den man nicht so schnell vergisst: Ein Hüne von Gestalt, bärtig, unprätentiös, ein Mensch, der in sich ruhte. Sein Motto: Jeder Mensch, jedes Ding hat seinen Wert, auch und besonders dann, wenn der Rest der Welt meint: Damit kann man doch nichts mehr anfangen.
Der Diplom-Sozialpädagoge war über Göttingen nach Hamburg gekommen, wo er 1986 in den zwei Jahre zuvor gegründeten Verein „Nutzmüll“ eintrat und seine Lebensaufgabe fand. Zuletzt war Koetter alleiniger Vereinsvorstand und Geschäftsführer.
Nun soll die Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden. Im Vorstand werden Manfred Bornhöft und Susanne Francke von Michael Chron unterstützt. Übereinstimmend sagen sie:„Heinz Koetter war schon früh der eigentliche Kopf von ‘Nutzmüll’, er ist als Typ nicht zu ersetzen.“
Als integren und aufrechten Menschen würdigt ihn die Politik. Robert Jarowoy, Chef der Linken in der Bezirksversammlung:„Ich habe Heinz Koetter erlebt als einen Menschen, der der Idee des Ressourcen-Recyclings ganz verpflichtet war und alles getan hat, um unseren Wohlstandsmüll sinnvoll einzusetzen.“
Uwe Szczesny, Altonas CDU-Fraktionsführer: „Als Nutzmüll damals anfing, haben wir gesagt, was ist das denn für ein linker Kram. Aber man brauchte nur einmal hinter die Kulissen gucken, um zu merken: Die machen hervorragende Arbeit. Und Heinz Koetter war die Seele des Betriebs.“
SPD-Kreisvorsitzende Melanie Schlotzhauer: „Heinz Koetter war ein Altonaer Original. Was ihn auszeichnete: Er hat immer zu sich und seinen Idealen gestanden.“

Nutzmüll e.V.: Viele gute Seiten
„Wir geben alten Dingen neuen Wert“ ist das Motto des Vereins Nutzmüll. Der Verein vereinigt zwei Schwerpunkte: Langzeitarbeitslose und Schwerbehinderte werden beschäftigt und qualifiziert in Bereichen, die der Müllvermeidung und Müllverwertung dienen.
Dazu gehören:
Die Polsterei - Hier werden alte Sitzmöbel fachgerecht und günstig wieder hergerichtet.
Die Fahrradwerkstatt, in der aus alten Fahrrädern und Fahrradteilen funktionstüchtige Räder hergestellt und besondere Lastenfahrräder gebaut werden.
Die PC-Werkstatt. Sie repariert und verkauft gebrauchte Computer.
Die Tischlerei: Hier werden Möbel und Spielzeug instand gesetzt und verkauft.
Die Stadtteilpflege: Mitarbeiter von Nutzmüll reinigen Spielplätze, Straßenschilder und Freiflächen.
Die Energiewerkstatt: Baut aus Elektroschrott Prototypen von Solaranlagen für Gambia /Westafrika.
Gambia wird auch unterstützt durch die jährliche Verschickung eines Containers mit instand gesetzten Fahrrädern, Rollstühlen und Nähmaschinen. Außerdem trägt Nutzmüll e.V., unterstützt von privaten Sponsoren, sämtliche Schulkosten für 50 gambische Kinder.

Nutzmüll e.V.
Boschstraße 15b
mo-fr 8-15.15 Uhr
Tel 890 66 30
www.nutzmuell.de
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