Heidnischer Brauch mit Tücken

Erlaubt in Blankenese, verboten in Oevelgönne: das große Osterfeuer.

Großes Osterfeuer: In Blankenese geduldet, in Oevelgönne verboten.

Von Reinhard Schwarz. Es ist wohl ein alter heidnischer Brauch: das jährliche Osterfeuer. Jedes Jahr zieht es Tausende am Sonnabend vor Ostern zu den hoch getürmten Scheiterhaufen - ein Symbol für das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings. Doch der Hang zum Kokeln erfreut nicht alle. Wegen der Brandgefahr verboten die Behörden schon im vergangenen Jahr in Oevelgönne das große Osterfeuer. Ein Grund: Es waren rund 10.000 Menschen vor Ort, es gab aber keinen festen Ansprechpartner. Gegen „kleine“ Lagerfeuer gibt es allerdings behördlicherseits keine Einwände.
Anders sieht es in Blankenese aus. Hier darf am Elbstrand am Ostersonnabend, 19. April, ab 19 Uhr ein großes Feuer entfacht werden, zur Freude aller Pyromanen. Darüber hinaus sind hier auch kleinere Brandstätten zugelassen. Rechtlich fallen die Elbstrände in die Zuständigkeit der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority. Doch grundsätzlich gilt: Genehmigt sind die Feuer nicht, sondern lediglich geduldet. Zudem hat die örtliche Feuerwehr ein waches Auge auf die großen und kleinen Osterfeuer.

Jetzt werden überall Haufen aus Ästen und Gestrüpp aufgeschichtet, um in der Nacht zum Ostersonntag angezündet zu werden. Für Freunde dieses vermutlich germanischen Brauchtums ein Mords-Gaudi. Naturschützer hingegen warnen vor „Scheiterhaufen“ für Tiere. Wer im heimischen Garten zündeln möchte, sollte folgende Regeln einhalten:
- Nur unbehandeltes Holz verwenden. Keine Kunststoffe, Farbreste, Gummireifen, Dachpappe oder Altöl verbrennen! Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.
- Rauch, Ruß und Flugasche sind soweit möglich zu vermeiden. Die Nachbarschaft darf durch das Feuer nicht gefährdet werden.
- Aus Sicherheitsgründen sollte der Holzstapel erst am Tag vor dem Osterfeuer und am besten auf einem sandigen Platz oder auf versiegeltem Boden aufgeschichtet werden. Die Höhe des gestapelten Holzes sollte fünf Meter, und einen Durchmesser von acht Meter nicht überschreiten.
- Den Holzstapel vor dem Anzünden auf Tiere wie Igel, Kröten oder auch Singvögel untersuchen.
- Damit das Feuer nicht auf benachbarte Häuser übergreifen kann, muss der Abstand zu Gebäuden mindestens 100 Meter betragen, bei Stroh- und Reetdachhäusern sogar mindestens 200 Meter.
- Zu verkehrsreichen Straßen und Bahnlinien ist ebenfalls ein Sicherheitsabstand von mindestens 200 Metern einzuhalten.
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