Hand in Hand gegen Verdrängung

Das Logo der Initiative Wohl oder Übel.
Hamburg: Gewerbeschule G7 Werft und Hafen |

Mit Wohlville Hamburg möchte eine Initiative mehr Wohnfläche und Treffpunkte für Bewohner schaffen

Von Fatma Şahin. Seit Mai 2015 diskutierten die Bewohner St. Paulis an allen Ecken, was aus dem Gebäudekomplex der Gewerbeschule G7 Werft & Hafen werden soll. Denn die Schule wird voraussichtlich im Sommer 2018 geschlossen. Bereits jetzt stellt die Initiative Wohl oder Übel, zu dem sich die Anwohner zusammengeschlossen haben, das Konzept „Wohlville Hamburg“ vor.
Seit 1870 besteht die Gewerbeschule G7 Werft & Hafen auf St. Pauli und ist eine der ältesten öffentlichen Einrichtungen im Stadtteil. Mit ihrem Konzept möchten die Initiative erreichen, dass das Gebäude im Interesse der Bewohner genutzt wird und weiterhin als öffentlicher Ort bestehen bleibt. Sie planen einen Ort für die Menschen, die auf St. Pauli aufgewachsen oder alt geworden sind, und für diejenigen, die neu ankommen.
Im Stadtteil steigen die Mieten rasant an und immer mehr Wohnungen fallen aus der Sozialbindung, deshalb möchten die Bewohner mit dem Konzept „Wohlville Hamburg“ gegen die Verdrängung angehen. Die etwa 3.890 Quadratmeter große Fläche des Gebäudekomplexes soll für Wohnflächen und Treffpunkte genutzt werden. Geplant ist 80 Prozent des Gebäudes als Wohnfläche und 20 Prozent als öffentliche Räume und Treffpunkte zu nutzen.
Während die Hälfte des Wohnraums für Geflüchtete zur Verfügung stehen soll, wird der Rest für Personen eingeplant, die von der Verdrängung bedroht sind, wie ältere St. Paulianer, Jugendliche, Obdachlose oder psychisch Kranke. Die öffentlichen Räume sollen als Treffpunkt für die Nachbarn aus dem Viertel und den Bewohnern des „Wohnville Hamburg“ dienen. Auch die Kommunikation im Stadtteil soll dadurch gefördert werden. Außerdem werden eine Stadtteilwerkstatt, eine Tauschbörse, ein Stadtteilladen, eine Bibliothek und noch vieles mehr geplant.
Obwohl für die Struktur und Finanzierung des Projektes ähnliche Vorgängerprojekte als Grundlage dienen, wurden noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Doch eins steht fest, die Initiative Wohl oder Übel möchte sicherstellen, dass das Grundstück langfristig im Sinne des Konzeptes „Wohlville Hamburg“ genutzt werden kann. Zuletzt möchten sie das geplante Vorhaben ohne städtische Einmischung umsetzen.
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