Hamburgs Blindenmobil ist in Altona stationiert

Philipp Kruppa ist für seine blinden Fahrgäste nicht nur Chauffeur sondern auch Begleiter zu wichtigen Terminen. Anne Pinho empfindet das als „große Erleichterung und als echten Luxus“.

Verein der Blindenfreunde Berlin bietet gratis Fahrdienst zu wichtigen Terminen.

Philipp Kruppa (32) ist so eine Art Taxifahrer, aber ein ganz besonderer: Er fährt Leute gratis, aber nur zu wichtigen und notwendigen Terminen. Und seine Fahrgäste können ihn nicht sehen. Philipp Kruppa ist Fahrer des Hamburger Blindenmobils.
Kruppa: „Ich fahre blinde Menschen aus ganz Hamburg, aber ich habe festgestellt, dass hier im Westen der Stadt das Angebot kaum bekannt ist - obwohl das Blindenmobil in Ottensen stationiert ist.“
Diese Dienstleistung ist ein wahres Geschenk für blinde Menschen: Fahrer und Auto werden vom Verein der Blindenfreunde Berlin bezahlt und gesponsert. Blinde und stark Sehbehinderte brauchen für die Fahrten keinen Cent zu zahlen. Kruppa: „Ich übernehme im Großraum Hamburg Fahrten zu Fachärzten, Krankenhäusern und Therapeuten und zu offiziellen Terminen, wie etwa zu Anwaltsbesuchen, Bank- und Vorstellungsgesprächen. Hausarztbesuche, Freizeit und Einkaufen decken wir nicht ab.“
Beispiel Anne Pinho: Die durch eine Krankheit fast ganz erblindete 55-Jährige wohnt in Wandsbek und hat wegen ihrer Knieprobleme einen Termin in der Parkklinik Manhagen in Ahrensburg. Pinho arbeitet als Sozialpädagogin im Berufsförderungswerk, steht voll im Leben, gemeinsam mit ihrem Blindenhund Floyd ist sie sehr selbstständig. Trotzdem: Sich allein von Hamburg nach Ahrensburg durchzuschlagen, ist schwierig - auch mit einem normalen Taxi. Denn nach dem Aussteigen steht man verloren in fremder Umgebung. „Und die Leute auf der Straße sind nicht immer so aufmerksam, wie man es sich wünscht“, erzählt Anne Pinho. „Mir wurde schon mal gesagt, als ich um Hilfe bat: ‘Da müssen Sie mal gucken!’ Klar sieht man meinen Augen nicht sofort an, dass ich blind bin - aber ich hatte den Blindenhund dabei!“
Kruppa dagegen begleitet Pinho bis ins Wartezimmer. Zu seiner Aufgabe gehört es, seine Fahrgäste bis ans Ziel zu bringen, so lange an ihrer Seite zu bleiben, wie sie ihn brauchen, und sie nach dem Termin wieder nach Hause zu fahren.
Anne Pinho: „Das empfinde ich als große Erleichterung und als echten Luxus“.

Wer das Blindenmobil braucht, sollte rechtzeitig - mindestens zwei Tage, möglichst zwei Wochen, vor dem gewünschten Termin reservieren:
Tel (0151) 24 19 85 34 (mo-fr 9-16 Uhr).
Der Fahrdienst kann angefordert werden für Termine bei Ämtern, Vorstellungsgespräche bei potenziellen Arbeitgebern, Erstberatung bei Selbsthilfeeinrichtungen, Termine bei Rechtsanwälten und Notaren und fachärztliche Untersuchungen.
Ausgeschlossen sind Privat-Fahrten zu Konzerten, Theatern und ähnlichem, zu Bahnhöfen und Flughäfen, Hausarztuntersuchungen, zu Einkäufen für den täglichen Bedarf und zu privaten Besuchen, zum Beispiel bei Verwandten.
Mehr Info: www.blindenfreunde.de
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2 Kommentare
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Rainer Schmidt aus Altona | 01.11.2013 | 00:31  
2.067
Senioren Freizeitgruppe Elbvororte aus Altona | 10.11.2013 | 14:12  
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