Hamburg fängt am Michel an

Stefanie Fischer (l.) und Carolin Wagner (beide 19) aus Augsburg mögen die Hamburger Klinkerbauten.

St. Michaelis ist Startpunkt fast aller Hamburg-Touren.

Von Christopher von Savigny.
Der Fußweg nach oben dauert etwa zwölf Minuten: Vorbei am Glockengestühl und an Brandspuren, die noch aus Kriegszeiten stammen, klettert der Besucher exakt 452 Stufen hinauf. Eine Anstrengung, die sich allemal lohnt: Der Blick von der Aussichtsplattform der Michaeliskirche in 106 Metern Höhe ist einfach märchenhaft. Bei gutem Wetter kann man über die ganze Stadt hinweg und bis ins Umland gucken.
Touristen, die nach Hamburg kommen, dient der „Michel“ als Anlaufpunkt Nummer eins. Ganze Busladungen von Reisenden lassen sich zur Englischen Planke kutschieren, um hier ihr Sightseeing-Programm zu beginnen.
Schüler aus ganz Deutschland haben es sich rund um den Kircheneingang bequem gemacht. Sie schwatzen und lachen. „Es ist alles so viel größer als bei uns“, finden Stefanie Fischer und Carolin Wagner (beide 19), aus Augsburg. Zusammen mit ihrer Abschlussklasse, einer Berufsfachschule, sind sie für fünf Tage in die Hansestadt gereist. Was steht als Nächstes an? „Musical, Hafenrundfahrt, Miniaturmuseum“, zählt Stefanie auf. Das übliche Programm eben. Und einfach spazieren gehen, Häuser angucken:„Uns gefällt der Hamburger Baustil“, sagen sie.
Familie Gundlach aus Kassel urlaubt zwar derzeit auf Fehmarn – gönnt sich aber zwischendrin eine Stippvisite nach Hamburg. „So tolle Kirchen haben wir in Kassel nicht“, berichten sie. Gleich anschließend geht’s zum Essen ins Portugiesenviertel. „Das wurde uns empfohlen!“ Aus dem schönen Lechtal in Österreich kommt die Familie Köpfle. „In Österreich gilt Hamburg als eine der schönsten Städte Deutschlands“, verraten sie, bevor sie sich an der Turmkasse anstellen.
Rund 1,2 Millionen Besucher hat der Michel pro Jahr, etwa 2.000 am Tag klettern auf den Turm. Silja Berndsen, kaufmännische Leiterin des Turmbetriebs, ist stolz auf diese Zahlen. „Wir sind immer wieder überrascht, wie groß der Anteil an Hamburger Besuchern ist“, sagt sie. „Viele wollen ihren Gästen 'ihren' Michel zeigen.“
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