Gratis-Essen mit Charles Dickens

Dinnertheater mit Dickens' Weihnachtsgeschichte: Tanja und Ilka Weidemann aus Ottensen sowie Alexander Last aus Iserbrook. (Foto: cvs)
Von Christopher von Savigny. Gratis-Theatervorstellung für Leute mit wenig Geld? Spitzendinner inklusive? Dem sozialkritischen englischen Romanautor Charles Dickens hätte die Idee sicher gefallen.Das Hamburger Theater Mignon hat
Dickens' „Weihnachtsgeschichte“ als Dinnertheater in Zino's Lounge im Friesenweg auf die Bühne gebracht – inklusive viergängigem Weihnachtsmenü von Starkoch Jörg Wickenberg. Über 80 Euro kostet das normalerweise pro Person. Ein paar Dutzend Besucher mit schmalem Geldbeutel durften die Generalprobe gratis erleben.
Um eine Einladung dreht sich auch die 1843 von Dickens veröffentlichte Erzählung: Der alte Geizkragen Ebenezer McScrooge wird von seinen Verwandten zum Weihnachtsessen gebeten – trifft aber dort die Geister seiner Vergangenheit wieder. Am Ende geht der alte Grantler (Lieblingswort: „Humbug!“) geläutert aus der Geschichte hervor.
Die Mignon-Truppe hat den Stoff fürs Theater adaptiert und kommt dabei mit nur vier Schauspielern aus. In den Pausen wird nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Zuschauerraum gegessen: Schottischer Lachs, Maronenschaumsüppchen und gefüllter Truthahn stehen auf der Speisekarte. „Normalerweise könnten wir uns das nie leisten“, sagen die Dinnergäste Tanja und Ilka Weidemann aus Ottensen, die sich sichtlich wohl fühlen. „Schön, dass auch mal ein anderes Publikum hier sein darf.“ 20 der Besucher hatte das Bezirksamt Altona vermittelt, weitere 36 kamen von der Stadtteilschule Barmbek und vom Haus der Jugend Steilshoop. Auffällig: Für die Haute Cuisine aus dem Hause Wickenberg haben insbesondere Kinder und Jugendliche meist wenig bis gar nichts übrig. Das lebendige Spiel der Darsteller macht dafür umso mehr Eindruck. „Ich hätte nicht gedacht, dass die auf der kleinen Bühne so eine Show hinlegen können“, sagt Aylin (12).
Laut Regisseurin und Veranstalterin Melanie Thiesbrummel wird es bei dem einen Gratistermin bleiben: „Wir sind eine freies Theater und müssen selbst aufs Geld gucken“, sagt sie. Vorstellungen laufen noch bis Ende Januar. Infos: www.theater-
mignon.de
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