Genossenschaft will Kultur-Kaserne kaufen

In der ehemaligen Kaserne leben und arbeiten heute Künstler und Kulturschaffende.

Stadt plant, Viktoria-Kaserne an Mieter zu verkaufen und unterstützt Sanierung mit 400.000 Euro

Die Viktoria Kaserne wird dauerhaft Ort für Kunst und Kultur. Die Stadt hat sich entschlossen, das altehrwürdige Gebäude, das teilweise auf eine düstere Geschichte zurück-blickt, einer bunten Zukunft zuzuführen.
Wie das? Die Kaserne wird für 1,85 Millionen Euro an die Genossenschaft in Gründung fux EG verkauft werden. Bedingung für den Verkauf an die Genossenschaft ist, dass mindestens 60 Prozent der Fläche mindestens 30 Jahre lang für Kultur genutzt werden.
Wo steht das Gebäude? Ecke Bodenstedtstraße und Zeiseweg.
Seine Geschichte? Die Bauten sind Reste einer preußischen Kasernenanlage, die in den Jahren 1878 bis 1883 gebaut wurde und seit 2010 unter Denkmalschutz steht. Früher wurden sie genutzt als Kaserne, Polizeiunterkunft, Polizeischule, Odachlosen- und Flüchtlingsheim sowie Aufbahrungsort für die Flutopfer von 1962. Als das „Frappant“-Gebäude in der Großen Bergstraße 2010 dem Ikea-Neubau weichen musste, zogen die dort lebenden und arbeitenden Künstler in die Kaserne um.
Und heute? Bietet die ehemalige Kaserne bezahlbare Atelier- und Gewerbeflächen, Veranstaltungs- und Ausstellungsräume. Die 2013 gegründete Genossenschaft aus Künstlern, Handwerkern und Medienvertretern, die derzeit in der Kaserne arbeiten, möchte das Gebäude als einen gemeinschaftlich betriebenen Produktionsort für Kunst und Gestaltung, Gewerbe und Bildung, kleine Firmen sowie soziale Organisationen erhalten.
Wie sieht das aus? Die in Gründung befindliche Genossenschaft fux eG wird das Gebäude nach Eintragung in das Genossenschaftsregister von der Stadt erwerben und denkmalgerecht sanieren. Danach soll der Bau 9.000 Quadratmeter Wohn- und Arbeitsfläche bieten. Die Sanierung wird auf etwa sechs Millionen Euro geschätzt.
Wer ist dabei? Bildende Künstler, eine Fahrradwerkstatt, Grafik- und Modedesigner, eine linke Monatszeitung, ein Umsonstladen, eine Foodcoop, Illustratoren, Architekten und Stadtplaner, eine Möbel-tischlerei, Projekträume für Kinder- und Jugend-Workshops, eine Baumpflege-Firma, eine Stadtteil-Kantina, Fotografen und, Filmemacher, Musik- und Theaterleute, Programmierer, Buch- und Filmverlage, ein Buchhaltungsbüro, ein Bildungsträger, ein Journalistenbüro, eine Polsterei, eine Instrumentenbauwerkstatt, eine Schneiderei und ein Ton- und Lichtanlagenverleih.
Wie wollen die das bezahlen? Mit Genossenschaftseinlagen, Bankdarlehen, Fördermitteln, Bürgschaften und Direktkrediten. (Wer investieren möchte: invest@fux-eg.org). Der Senat wird sich mit 400.000 Euro an der Sanierung des Dachs sowie der Kultur- und Ausstellungsräume beteiligen.
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