Geheimnisvoller Autobrand

Da war er zwar durch eine hässliche Kralle behindert, sah aber sonst immer noch sehr schick aus: Der dunkelgrüne Rover 75 von Yilmaz Cengiz. Autohaus- Chef Fred Rumrich hielt den Wagen als Pfand fest. (Foto: Cengiz)
Der schöne dunkelgrüne Rover 75 ist nur noch eine ausgebrannte Hülle. Das Auto wurde am 18. Dezember in Brand gesteckt. Von wem? Wieso? Die Geschichte ist rätselhaft.
Seit dem Frühsommer hatte der Wagen auf dem Gelände des Autohauses Rumrich gestanden – Mittelpunkt gerichtlicher Auseinandersetzungen zwischen Autohaus-Chef Fred Rumrich und Autobesitzer Yilmaz Cengiz.
Die Vorgeschichte: Cengiz hatte seinen Wagen 2010 im Rover-spezialisierten Autohaus Rumrich reparieren lassen, zahlte 2.391 Euro. 1.000 Kilometer später blieb sein Auto liegen - kaputter denn je. Der Motor war im Eimer, ein Austauschmotor für knapp 5.000 Euro musste her. Für diese Diagnose verlangte der Autohausbesitzer 536,93 Euro. Als der Bahrenfelder empört ankündigte, das Geld – „Das fällt doch unter Garantie!“– nicht zu zahlen, sicherte der Werkstattinhaber das Auto flugs mit einer Wegfahrsperre, einer sogenannten Kralle. Das war im April 2011.
Im Juni 2011 schloss Fred Rumrich „gesundheitsbedingt“ sein Autohaus. Seitdem ist das Gelände an der Luruper Haupstraße 79 verwaist. Einsam und allein stand nur noch ein Auto dort: der Rover mit der Kralle.
Während die Rechtsanwälte der beiden streitenden Parteien einander Briefe schrieben, berechnete Rumrich „Gebühren“ für das „Blockieren des Parkplatzes“: zehn Euro pro Tag - bis heute beläuft sich das auf mehr als 2.400 Euro.
Ein halbes Jahr später, am 18. Dezember, ging der Wagen in Flammen auf. Die Kripo sicherte Spuren - aber noch weiß keiner, wer der Brandstifter war. Polizeisprecher Jens Ratfeld: „Die Ermittlungen laufen in verschiedene Richtungen; es gibt viele Optionen.“ Heißt: Es könnte der gerade verhaftete „Feuerteufel von Lurup“ gewesen sein. Aber es wird auch untersucht, ob Rumrich oder Cengiz Motiv und Gelegenheit gehabt hätten, das Auto abzufackeln.
Ex-Autohaus-Chef Rumrich will mit alldem nichts zu tun haben, sagt dem Wochenblatt: „Ich weiß von nichts. Ich halt mich da raus.“ Er hielt sich sogar soweit raus, dass er den Autobesitzer nicht informierte.
Yilmaz Cengiz erfuhr erst am 23. Dezember vom Schicksal, das seinen geliebten Rover ereilt hat:„Ein Nachbar rief mich an und sagte: ‘Hey, ich bin bei Rumrich vorbeigefahren. Bei deinem Auto sind alle Scheiben eingeschlagen und die Motorhaube steht offen!’“
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